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Traditionskaufhaus Lorey : Wertvolle Porzellankiste

Plötzlich ein geschütztes Baudenkmal: das Lorey-Haus in der Nähe der Hauptwache Bild: Wolfgang Eilmes

Wider Willen ist das Traditionskaufhaus Lorey in Frankfurt zu einem Kulturdenkmal geworden – ausgerechnet in dem Moment, als das Gebäude verkauft werden sollte. Das stellt die Eigentümer vor große Probleme.

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          Wer noch nie bei Lorey nach einem Topf oder Salzstreuer gesucht hat, der war eigentlich auch nicht in Frankfurt. Auf fünf verwinkelten Etagen findet man in dem Kaufhaus nahe der Hauptwache so ziemlich alles, was das Herz des Hobbykochs begehrt. Vor Weihnachten überraschte das Haushaltswarengeschäft mit der Nachricht, dass es sein Stammhaus verkaufen und umziehen wird –nur ein paar Meter weiter, auf eine Mietfläche im Einkaufszentrum MyZeil. Derzeit läuft, trotz Corona, der Räumungsverkauf. Vieles ist reduziert, auf edles Porzellan der Firma Rosenthal gibt es 30 Prozent. Und heimlich, still und leise läuft im Hintergrund ein Wirtschaftskrimi, der die Zukunft des alteingesessenen Hauses gefährden könnte.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Alles fing damit an, dass das Stammhaus – ein im Krieg beschädigtes und im Stil der fünfziger Jahre ergänztes Geschäftshaus zwischen Schillerstraße und Großer Eschenheimer Straße – verkauft werden sollte. Ein Käufer war schnell gefunden, der einen, wie man hört, „sportlichen“ Kaufpreis zu zahlen bereit war. Dem Vernehmen nach handelt es sich um eine Gesellschaft, an der das Unternehmen FGI und der etablierte Immobilienunternehmer Arthur Wiener beteiligt sind. Offiziell haben sie den Kauf aber nie bestätigt.

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