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Frau S. will ihr Kind zurück : Wenn das Jugendamt einer Prostituierten das Kind wegnimmt

Leeres Bettchen: Ihr Baby durfte die Rumänin Anna S. nach der Entbindung nicht mit nach Hause nehmen. Bild: mauritius images / Mito Images

Eine Prostituierte bringt ein Baby zur Welt. Doch zwei Tage nach der Geburt wird es in staatliche Obhut genommen. Die Gründe, die das Jugendamt darlegt, kann sie nicht nachvollziehen.

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          Anna S. nippt still an ihrem Kaffee. Sie trägt ein schwarzes T-Shirt und einen großen Dutt. Klein und schmal sitzt sie auf ihrem Stuhl in den Räumen des Vereins Doña Carmen, der sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt. Anna S. ist eine von ihnen und will deshalb nicht mit ihrem richtigen Namen in der Zeitung auftauchen. Sie ist vor zweieinhalb Jahren aus Rumänien gekommen und arbeitet normalerweise im Bahnhofsviertel in einem Bordell. Wegen der Pandemie hat sie ihren Arbeitsplatz vorerst verloren. Doch das ist nicht der Grund, warum sie sich Hilfe bei Ella Gray und Bianca Bopp von Doña Carmen holt.

          Theresa Weiß

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Anna S. ist gerade Mutter geworden. Zwei Tage nach der Geburt wurde sie aus der Uniklinik entlassen – aber ihr Neugeborenes durfte sie nicht mitnehmen. Der Grund sei ihr zunächst nicht genannt worden, berichtet sie. Die Ärzte hätten gesagt, es müssten noch ein paar Tests gemacht werden. Doch da war das Kind schon in staatliche Obhut genommen worden. Anna S. erfuhr das erst am nächsten Tag, als sie gemeinsam mit Ella Gray das Krankenhaus aufsuchte, um ihr Baby abzuholen. Da wurde ihr eine Kopie des Beschlusses gezeigt. Nun darf sie dreimal am Tag zu ihrem Kind, um es zu stillen. Sie hat Fotos gemacht und zeigt sie stolz. „Das ist mein Baby“, sagt sie.

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