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Frankfurter Gymnasien : Abfuhr für neue Schulen

Nicht gerade beliebt: Das Gymnasium in Nied öffnete im vergangenen Jahr, doch auch in diesem Jahr liegen kaum Anmeldungen für die Schule vor. Bild: Wolfgang Eilmes

Zwei neue Schulen eröffnen nach den Sommerferien in Frankfurt, nur kaum einer will dort hin. Auch für das Gymnasium Nied melden sich nur wenige an. Aber es gibt auch gute Nachrichten.

          Die Frankfurter Bildungspolitik steht vor weiteren Problemen: Auf zwei große weiterführende Schulen, die nach den Sommerferien eröffnen sollen, will kaum ein Schüler gehen. Für die Kooperative Gesamtschule Niederrad, die den Unterricht mit rund 90 Gymnasiasten aufnehmen könnte, haben sich gerade einmal drei angemeldet. Nicht viel besser sieht es für das Gymnasium Nord aus, für das die Stadt in Westhausen einen 50 Millionen Euro teuren Übergangsbau errichtet. Im ersten Jahrgang ist Platz für etwa 180 Schüler - aber nur 15 Viertklässler wollen auf die Schule wechseln.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Situation erinnert an das vergangene Jahr, als das Gymnasium Nied in Höchst eröffnete, aber fast keine Anmeldungen hatte. Dort war man eigentlich davon ausgegangen, dass die Attraktivität im zweiten Jahr des Bestehens zunimmt, zumal die Stadt für 2018 einen Umzug ins Westend in Aussicht gestellt hatte. Doch auch diese Hoffnung hat getrogen: Nur 18 Familien wollen ihre Kinder zum nächsten Jahr auf die Schule schicken, deren Kapazitäten für 180 Kinder reichen.

          Kapazität reiche für alle, die auf ein Gymnasium wollen

          Anfang März hatten die Frankfurter Eltern die Anmeldungen für die fünften Klassen abgegeben. Dabei durften sie eine Schule als Erst- und eine als Zweitwahl nennen. Ob einer der Wünsche erfüllt wird, erfahren sie erst Anfang Juni. Wenn beide Schulen ausgebucht sind, schickt das Staatliche Schulamt die Kinder auf eine andere Schule mit freien Kapazitäten. In vielen Fällen dürfte das dann die Kooperative Gesamtschule Niederrad, das Gymnasium Nord oder das Gymnasium Nied sein.

          Im vergangenen Jahr mussten sogar 60 Kinder, die für ein Gymnasium angemeldet waren, wegen eines stadtweiten Engpasses auf eine Integrierte Gesamtschule gehen. Zumindest das dürfte sich nicht wiederholen: Nach Angaben des Staatlichen Schulamts reicht die Gesamtkapazität in den fünften Gymnasialklassen aus. „Alle Kinder bekommen einen Platz, niemand muss auf eine IGS ausweichen“, sagte ein Sprecher.

          Gymnasialquote ist leicht gesunken

          Für das nächste Schuljahr gibt es 2747 Anmeldungen für die Gymnasien und die Gymnasialzweige der Kooperativen Gesamtschulen. Dem steht ein Angebot von rund 2970 Plätzen gegenüber. Zur Entspannung der Lage haben zwei Faktoren beigetragen: der Ausbau des Angebots und ein Rückgang der Gymnasialquote, also des Anteils der Viertklässler, die auf ein Gymnasium oder einen Gymnasialzweig wechseln sollen. Hatte die Quote im vergangenen Jahr noch 56 Prozent betragen, ist sie nun auf 52 Prozent gesunken.

          Dafür, dass der Anteil zum ersten Mal seit zehn Jahren zurückgegangen ist, macht Bildungsdezernentin Sarah Sorge (Die Grünen) die bessere Beratung beim Übergang verantwortlich. Das Staatliche Schulamt hatte die Eltern von Viertklässlern zu Informationsabenden eingeladen, an denen Schulleiter die unterschiedlichen Schulformen vorstellten. Das Stadtschulamt stellte einen Film über die Schulwahl ins Internet, der Stadtelternbeirat und der Verein „Eltern für Schule“ boten weitere Beratungen an.

          Die dritte weiterführende Schule, die in Frankfurt zum nächsten Schuljahr eröffnet, kommt bei den Eltern wesentlich besser an als die anderen beiden: Für die IGS Süd, eine Integrierte Gesamtschule in Sachsenhausen, liegen 108 Erstwünsche vor - sie ist damit komplett belegt. Unter den angemeldeten Kindern sind auch viele mit Gymnasialempfehlung.

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