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Frankfurter Gesichter : Bernd Breiter, Beats für die Welt

Frankfurter Gesicht: Bernd Breiter, Musikproduzent und Veranstalter Bild: Oliver Sebel

Der Musikproduzent Bernd Breiter hat sich mit seinem Unternehmen BigCityBeats auf das Veranstalten großer Spektakel wie den World Club Dome spezialisiert. Da kommen die Beats schon einmal aus dem Weltall.

          2 Min.

          Der Himmel ist die Grenze, behauptet eine Lebensweisheit. Das mag man ungefragt hinnehmen oder aber ins Grübeln und dann ins Träumen kommen, wo denn dann ein vorgeschobener Grenzposten zu verorten sei und was man dort so anstellen könnte. Ist vielleicht die Internationale Raumstation ISS dieser Grenzposten und könnte man dort nicht eine Club-Party feiern? Genau diesen verrückt anmutenden Plan hat der Musikproduzent und Veranstalter Bernd Breiter vor zwei Jahren in die Tat umgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA hatte er den Astronauten Luca Parmitano vor dessen Übernahme des ISS-Kommandos als DJ schulen lassen. Auf der Raumstation angekommen, performte Parmitano dann das erste DJ-Set aus dem Weltraum. Live übertragen auf ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer und auch über die sozialen Medien zu erleben, war diese nicht nur ein Marketinggag für die ESA, sondern erst recht für Breiters Unternehmen BigCityBeats. Das hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mit dem von Zehntausenden Besuchern frequentierten Spektakel World Club Dome auch international einen Namen gemacht. 2013 zum ersten Mal in der Frankfurter Fußballarena veranstaltet, wuchs dieses Festival der elektronischen Clubmusik zu einer der größten Musikveranstaltungen ihrer Art in Europa, oder in den Worten ihres Erfinders zum „größten Club der Welt“.

          Die Macher: Bernd Breiter und seine Frau Carina veranstalten und organisieren den World Club Dome im Frankfurter Stadion.
          Die Macher: Bernd Breiter und seine Frau Carina veranstalten und organisieren den World Club Dome im Frankfurter Stadion. : Bild: Victor Hedwig
          Christian Riethmüller
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dieser „Club“ hatte mal ganz klein begonnen, als mobile Party, quasi aus dem Kofferraum eines Autos heraus. „Kaum hundert Leute kamen zu den ersten Veranstaltungen“, erinnert sich Breiter an die Anfänge im Jahr 2004. Da hatte er gerade in Frankfurt den Radiosender BigCityBeats und dann auch ein Musiklabel gegründet, das sich auf elektronische Tanzmusik spezialisierte. In diesem Genre hatte der gebürtige Aschaffenburger Bernd Breiter als Produzent selbst erste Erfolge, etwa als Mitwirkender beim Eurodance-Projekt Magic Affair, dem 1994 mit dem Track „Omen III“ ein Nummer-eins-Hit gelungen war. Mit seinem Label BigCityBeats setzte Breiter dann aber nicht auf eigene Produktionen, sondern auf Kompilationen von Tracks unterschiedlicher Club-DJs. Diese bis heute fortbestehende Serie präsentierten Breiter und seine Frau Carina regelmäßig bei einer eigenen Party-Reihe in den Clubs in Deutschland, woraus sich schließlich der World Club Dome mit einem Aufgebot von weit über hundert DJs und Musikgruppen entwickelte, der nicht nur in Frankfurt, sondern mittlerweile auch in Südkorea, auf Kreuzfahrtschiffen im Mittelmeer sowie als Winter-Edition in den Schweizer Alpen gefeiert wurde und wird.

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