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Frankfurter Geschäftsleben : Endspurt an allen Ecken

Wechsel: Butlers geht und Depot kommt, zunächst auf Zeit an der Biebergasse. Bild: Wolfgang Eilmes

Das Golf House ist schon zu, Butlers und Strauss schließen Ende dieser Woche ihre Filialen in der Frankfurter Innenstadt. Der Räumungsverkauf läuft schon.

          Auf Butlers folgt Depot: Die sogenannte Zwischennutzung, auch Pop-Up genannt, ist im Einzelhandel ein dehnbarer Begriff. Eigentlich wollte die Kölner Einrichtungskette Butlers, die im Herbst 2014 die Fläche von Betten Rid an der Biebergasse (gegenüber der Buchhandlung Hugendubel) übernommen und hier einen provisorischen Verkauf eingerichtet hatte, nur ein paar Monate bleiben. Dann verlängerte das Unternehmen, das für sein Sortiment aus günstigen Deko-, Küchen- und Geschenkartikeln sowie Möbeln bekannt ist, um ein Jahr. An diesem Samstag ist jedoch Schluss. Das Geschäft auf Zeit wird geschlossen. Butlers wird, wie berichtet, am Liebfrauenberg Nachmieter der Carolus-Buchhandlung, die umgezogen ist. Nach Angaben einer Butlers-Sprecherin gibt es jedoch noch keinen Zeitplan für Umbau und Einzug. Auch sei noch nicht sicher, ob und wie es mit der Filiale an der Neuen Kräme, die nur wenige Meter vom zukünftigen Standort entfernt ist, weitergeht. Butlers hatte im vergangenen Herbst an der Schweizer Straße in Sachsenhausen die vierte Frankfurt-Filiale eröffnet.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Kurioserweise wird an der Biebergasse in Gestalt der Kette Depot der wohl schärfste Butlers-Konkurrent Nachmieter mit einem Pop-Up-Geschäft. Die Depot-Filiale an der Freßgass’ ist bereits seit Dezember geschlossen, da der Mietvertrag ausgelaufen sei, wie es heißt. Das neue Geschäft sei vorerst für ein Jahr vorgesehen. Eine längere Nutzung schließt das hessische Unternehmen, die Gries Deco Company, aber offenbar nicht aus. „Perspektivisch hängt der Standort auch von der wirtschaftlichen Lage ab und davon, wie gut er angenommen wird“, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit.

          Golf House im Fitness-Park

          Gute Erreichbarkeit, deutlich mehr Platz und bessere Parkmöglichkeiten - dies sind nach Angaben eines Sprechers des Unternehmens Golf House der Grund, weshalb das Unternehmen aus Hamburg seine Filiale an der Schillerstraße geschlossen hat und nach Eschborn umgezogen ist. Dort wird die Kette im Mai an der Katharina-Paulus-Straße im sogenannten Fitness-Park ein Geschäft mit 800 Quadratmetern eröffnen. Bis dahin improvisiert der Händler in einem Verkaufszelt neben dem neuen Geschäftshaus in Eschborn.

          Das Golf House ist von der Schillergasse nach Eschborn umgezogen.

          Das Unternehmen Kolb und Partner hat das Fünfzehn-Millionen-Euro-Projekt entwickelt. Ankermieter ist die zum Schweizer Migros-Konzern gehörende Premium-Fitness-Kette Elements, die dort ihr mit 5200 Quadratmetern bisher größtes Studio in Deutschland neu betreibt. Golf House gehört nach eigenen Angaben mit 27 Filialen in Deutschland, Österreich und Tschechien zu den führenden Fachhändlern für Golfsport in Europa. Aktuell werden nach Angaben des Unternehmenssprechers alle älteren Filialen auf das neue Konzept umgestellt oder an neue verkehrsgünstigere Standorte verlegt. In Bielefeld wurde soeben ein Vorzeigehaus mit sieben Indoor-Abschlagsplätzen eröffnet.

          Strauss speckt ab

          Der Ausverkauf läuft schon seit mehreren Wochen, Ende dieser Woche ist nun endgültig Schluss bei Strauss Innovation an der Zeil. Die Kaufhauskette, die ein Sortiment aus Mode, Wäsche, Deko- und Wohnartikeln sowie Lebensmitteln zu günstigen Preisen bietet, hatte im vergangenen Sommer Insolvenz angemeldet. Neuer Mit-Eigentümer wurde im Herbst die Deutsche Mittelstandsholding (DMH). Die Strauss-Filiale an der Zeil gehört zu den 55 von 77 Filialen, die aus der Insolvenzmasse nicht in das neue Geschäft übergehen. Fortan gibt es Strauss in Frankfurt aber weiter an der Kaiserstraße. Die Filiale soll bleiben, wie es heißt.

          Wechsel an der Freßgass‘

          Mit dem Auszug von Depot an der Freßgass’ ist eine größere Fläche frei geworden. Sie dürfte nicht lange unvermietet bleiben, denn Leerstände kennt die Straße, die auch von der Nähe zur Goethestraße profitiert, so gut wie nicht. Dass das Geschäft der amerikanischen Eiskette Häagen Dasz zurzeit geschlossen hat, hängt mit einem Umbau zusammen. Die Filiale wird auf ein neues Konzept umgestellt. Das L’Tur Reisebüro wird im Laufe der Woche von ihrem bisherigen Platz in die ehemalige Filiale der Uhrenmarke Ice Watch umziehen. Inzwischen hat auch Florian Köller, Pâtissier aus Wiesbaden, seine Nasch-Boutique eröffnet. Mieter der benachbarten Fläche wird das auf Nahrungsergänzungsmittel spezialisierte Unternehmen Biogena aus Österreich, das bisher keinen Standort in Deutschland hat.

          Stillstand und Fortschritt an Berger

          Allmählich nimmt die einstige Schlecker-Filiale an der unteren Berger Straße Gestalt an. Am 18. Februar wird die Drogeriekette dm nach einem umfangreichen Umbau der Fläche ihre neue Filiale eröffnen. Es ist der dann dritte Standort des Karlsruher Unternehmens an der Berger Straße. Im Gegensatz dazu geht es mit dem ehemaligen Saturn-Haus weiter oben nicht voran. Das Gebäude, das abgerissen und durch einen Neubau für Gewerbe und Wohnen ersetzt werden soll, steht seit dem Auszug des Elektromarktes im November 2013 leer. Das Bebauungsplanverfahren, das Voraussetzung für einen Bauantrag ist, läuft seit Monaten. Die Dauer begründet ein Sprecher des Planungsamtes mit der gemischten Struktur des Quartiers und der engen Bebauung. Es gehe darum, Konflikte zwischen Gewerbe und Wohnen zu vermeiden. Aktuell sei man bei der Auswertung und Abwägung der Einsprüche. „Wir gehen gegenwärtig davon aus, dass wir die Satzungsbeschlussvorlage gegen Ende dieses Jahres vorlegen können“, heißt es auf Anfrage.

          Video City zieht um

          Die wegen ihres außergewöhnlich gut sortierten Filmarchivs beliebte Video City am Sandweg im Nordend wird nicht schließen. Wie das Videothek-Team mitteilt, hat es an der Freiligrathstraße 28 (Ecke Wittelsbacherallee) neue Räume gefunden, die allerdings deutlich kleiner seien als die bisherigen. Umzug ist im Februar.

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