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Frankfurter Geschäftsleben : Das Ma und die Berger Straße schwächeln

Mode geht, Barbershop kommt: Tutto verabschiedet sich aus dem Ma, daneben zieht The Legends ein. Bild: Cornelia Sick

Die Ladenzeile Ma verliert einen weiteren Mieter. Auch die Berger Straße nimmt keine gute Entwicklung - vor allem im unteren Abschnitt. Immerhin: Woolworth kehrt zurück.

          Tutto geht heim: Das Geschäftshaus Ma an der Stephanstraße kommt nicht zur Ruhe. Gerade ist die Möbelkette Habitat eingezogen, Ersatz für den insolventen Ankermieter Lieblings und neuer Hoffnungsträger für das Quartier nördlich der Zeil. Da gibt die Damen-Boutique Tutto bekannt, ihren Innenstadt-Ableger zu schließen und sich künftig wieder auf das Hauptgeschäft im Westend, das bereits seit 22 Jahren existiert, zu konzentrieren. „Tutto goes back home“, Tutto geht heim, heißt es im Schaufenster.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ende Januar, Mitte Februar soll Schluss sein. „Ich ziehe die Reißleine. Wir kommen dort nicht auf das Geschäft, das wir brauchen“, sagt Inhaberin Anita Schütz, deren Tochter Cathrina die Boutique im Ma führte. Sie habe Glück, dass es einen Nachmieter gebe, sagt Schütz mit Hinweis auf ihren Zehn-Jahres-Mietvertrag. Es handelt sich um Nic Dysens. Das ist eine vor 25 Jahren von einem Holländer gegründete Marke, die Wohnaccessoires verkauft, im asiatischen Stil, wie zu lesen ist. Das Unternehmen hat inzwischen nach einer Insolvenz im Jahr 2013 einen neuen Besitzer. In direkter Nachbarschaft zu dem Geschäft - die Fläche stand nach dem Auszug des Benetton-Konzepts Playlife leer - wird in diesem Frühjahr mit „The Legends“ ein Geschäft mit einer Kombination aus Gastronomie, Mode, Barber- und Tattoo-Shop einziehen.

          Eine Institution weniger: Die Konditorei Klein an der Berger Straße hat zugemacht.

          Konditorei Klein geschlossen

          Sie hatte das beste Dinkelvollkornbrot in der ganzen Stadt, und die Glasvitrine im Fünfziger-Jahre-Stil, in der sich Eierlikör-Torte und Schwarzwälderkirsch nicht nur am Sonntag verführerisch drehten, war auch über die Berger Straße hinaus bekannt. Seit kurzem ist die Bäckerei/Konditorei Klein geschlossen, und nicht nur die Nachbarn trauern. „Das war eine kleine Institution“, heißt es. Doch um den Familienbetrieb stand es zuletzt nicht zum Besten. Im vergangenen Sommer war Joachim Klein, der die Bäckerei von seinem Vater Paul übernommen hatte, überraschend gestorben. Danach kam der Handwerksbetrieb nicht mehr richtig auf die Beine. Service und Angebot wurden zunehmend schlechter. Für die Einkaufsstraße ist die Schließung ein großer Verlust. Im Abschnitt zwischen Höhenstraße und Bethmannpark stehen seit längerem viele Flächen leer, unter anderen die vom ehemaligen „Maison du Pain“, und auch im Pavillon der ehemaligen Videothek Tomin tut sich nichts. Offenbar hat der neue Eigentümer, Ardi Goldman, noch nicht das richtige Konzept gefunden. Bisher suchten dort vor allem Modemarken für Ausverkäufe Zwischenquartier. Gastronomie sei nach wie vor eine Option, heißt es im Büro Goldman. Und es sind noch weitere Leerstände hinzugekommen. Die Filiale der insolventen Eis- und Kuchencafé-Kette Dulce wurde geschlossen, und nach knapp zwei Jahren schließt die Filiale des Selfmade-Modedesigners Ono Koon aus Bruchköbel, die früher am Sandweg war.

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