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Behandlung von Covid-19 : Mit „Doppelschlag“ gegen Corona

Effizienter Eroberer: Das Sars-Coronavirus 2 befällt Körperzellen und zwingt sie, neue Viruspartikel herzustellen. Bild: dpa

Das neue Coronavirus von zwei Seiten attackieren: Ein internationales Team unter Leitung von Frankfurter Forschern zeigt, wie das funktionieren könnte. Es geht um einen Angriff auf ein Virusprotein.

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          Eine Strategie für einen medikamentösen „Doppelschlag“ gegen das neue Coronavirus hat eine internationale Forschergruppe unter Federführung von Wissenschaftlern der Goethe-Universität entwickelt. Das Team um den Biochemiker Ivan Dikic hat entdeckt, dass ein Virusprotein namens PLpro für den Covid-19-Erreger gleich zwei wichtige Funktionen erfüllt: Es ermöglicht seine Vermehrung und behindert gleichzeitig die Immunabwehr.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wenn das Sars-Coronavirus 2 eine Zelle befällt, zwingt es sie, den Eiweißstoff PLpro (Papain-like Protease) herzustellen. Dieser wirkt zum einen an der Reifung und Freisetzung neuer Viruspartikel mit, zum anderen unterdrückt er die Bildung von Typ-1-Interferonen. Diese Botenstoffe werden normalerweise von infizierten Körperzellen produziert und locken Killerzellen des Immunsystems an, die die befallenen Zellen dann abtöten.

          Die Forscher aus Frankfurt, München, Mainz, Freiburg und Leiden haben im Labor einen Wirkstoff namens GRL-0617 erprobt, der das Protein PLpro hemmen kann. Würden sich diese Substanzen oder ähnliche Verbindungen in klinischen Tests bewähren, ließe sich womöglich ein Medikament entwickeln, das sowohl die Virusvermehrung bremst als auch die Immunantwort verstärkt. Die Untersuchungen haben auch bestätigt, dass Sars-CoV 2 im menschlichen Körper eine schwächere Interferon-Antwort hervorruft als andere Corona- und Influenzaviren.

          Die Studie ist auf der Internetseite des Fachmagazins „Nature“ zu lesen.

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