https://www.faz.net/-gzg-9y1lc

Frankfurter Forscher : Schnellerer Corona-Test

Suche nach Corona-Infizierten: Rund 40.000 Tests sind derzeit in Deutschland pro Tag möglich (Symbolbild). Bild: dpa

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Frankfurter Forscher nun einen neuen Test entwickelt, um Infektionen besser festzustellen. Die neue Methode soll schnelle und großflächige Analysen ermöglichen. Und diese sind dringend nötig.

          2 Min.

          Mit einem veränderten Verfahren, das von Forschern in Frankfurt entwickelt worden ist, soll der Test auf das neue Coronavirus schneller und in größeren Mengen möglich werden. Wie das Universitätsklinikum mitteilt, haben Erhard Seifried vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes und Sandra Ciesek vom Institut für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum dafür jeweils fünf Abstrichproben in einer Pufferlösung zusammen geführt. Bei einem negativen Ergebnis der Genomanalyse ist keiner der getesteten Patienten infiziert. Bei einem positiven Ergebnis müssen die Abstriche der Testpersonen, die getrennt archiviert wurden, einzeln nachuntersucht werden. In etwa vier Stunden kann so nach Angaben der Universitätsklinik der Infizierte herausgefunden werden.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bei der Methode würden im Labor Testkits gespart, die derzeit Mangelware seien, hebt Ciesek hervor. Die Forschergruppe untersuche derzeit, wie viele Proben maximal zusammen geführt werden könnten. „Damit wird es möglich, die von allen Wissenschaftlern und auch Politikern geforderte Ausweitung der Testung in weitere Bevölkerungsgruppen auch bei den begrenzten Testkit-Ressourcen früher umzusetzen, als bisher angenommen wurde“, sagt Seifried.
          Das Pool-Testen habe keinen Einfluss auf die Nachweisgrenze, da sich das Volumen im Pool-Gefäß nicht vermehre, werde keine Verdünnung und damit keine Abnahme der Empfindlichkeit beobachtet. Ein Feldversuch und Untersuchungen eines unabhängigen Instituts hätten bestätigt, dass Laborergebnisse derselben Qualität wie bei der Einzeltestung erzielt würden.

          „Die Ergebnisse stimmen optimistisch, dass das Verfahren bei globaler Etablierung sehr schnell eine bessere Auskunft über die Zahl tatsächlich infizierter Menschen ermöglichen wird“, sagt Michael Schmidt vom Blutspendedienst. Damit könnten allein in Deutschland die Tests verfünf- oder sogar verzehnfacht werden, statt aktuell 40.000 Untersuchungen pro Tag seien bis zu 400.000 Untersuchungen möglich. Um Infizierte früh zu erkennen und zu isolieren, seien mehr Test nötig. Das gelte besonders für Ärzte, Kranken- oder Altenpfleger, aber auch Angehörige von systemrelevanten Gruppen aus Polizei, Feuerwehr, Verwaltung oder der Nahrungsmittelindustrie. „Je mehr Menschen zuverlässig auf SARS-CoV-2 getestet werden können, umso schneller lässt sich die Pandemie eindämmen“, sagte die Universitätspräsidentin Birgitta Wolff.

          Die Rechte an der in Amerika und in Europa zum Patent angemeldeten Erfindung werden gemeinschaftlich von der Goethe-Universität und dem DRK Blutspendedienst gehalten. Über die Wissenstransfergesellschaft der Goethe-Universität, Innovectis, kann die Technologie umgehend anderen interessierten Einrichtungen zugänglich gemacht werden

          Weitere Themen

          Hessen will streng bleiben

          Corona-Pandemie : Hessen will streng bleiben

          Hessens Gesundheitsminister Klose hält weitere Lockerungen im Kampf gegen das Virus für zu früh. In bestimmten Punkten könnte das Land sogar über die nationalen Vorgaben hinauszugehen.

          Topmeldungen

          Notbetreuung in einer Grundschule in Brandenburg

          Wie lange ohne Schule? : Bildung ist mehr als Betreuung

          Statt Kindergeld-Prämien zu zahlen, sollte der Staat mit dem Geld besser Reihentests finanzieren. Dadurch wäre ein geregelter Schulbetrieb wieder möglich. Der ist dringend nötig.
          Zielscheibe der „Bild“-Zeitung: der Virologe Christian Drosten.

          „Bild“ & Kekulé gegen Drosten : Nachtreten bis zum Umfallen

          Die „Bild“-Zeitung macht mit dem perfiden Kesseltreiben gegen den Virologen Christian Drosten weiter. Ein paar Helfershelfer springen auf den Zug auf. Und dieser rast mit Vollgas, so wie das Boulevardblatt es sich wünscht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.