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Frankfurter Flughafen : Vor dem Endanflug gibt es kein Entrinnen

Flughafen Frankfurt Bild: F.A.Z.

Leisere Flugzeuge sowie veränderte Anflug- und Startprozeduren sollen die Lärmbelastung rund um den Frankfurter Flughafen senken. Doch die Möglichkeiten des aktiven Schallschutzes sind begrenzt.

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          Hinter der Formel aktiver Schallschutz verbergen sich im Wesentlichen zwei Lösungsansätze: Die Flugzeuge leiser zu machen - und sie bei An- und Abflug so kurz wie möglich über bewohnte Areale zu führen oder sogar an diesen vorbei.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.
          Helmut Schwan
          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Flotten werden am ehesten leiser, indem Fluggesellschaften ältere Maschinen durch neue ersetzen, die weniger Lärm verursachen. Weil für ein Flugzeug Summen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe zu investieren sind, ist es unwahrscheinlich, dass Airlines schneller als ursprünglich geplant ältere Exemplare aussortieren, um die Anrainer des Frankfurter Flughafens nach der Inbetriebnahme der neuen Piste zu entlasten. Daran wird auch die Forderung des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU), der damit auf die Empörung rund um den Flughafen seit der Eröffnung der Landebahn Nordwest reagierte, nichts ändern.

          „Acoustic Panels“

          Was die Airlines aber tatsächlich relativ kurzfristig leisten können, ist die sogenannte lärmmindernde Ertüchtigung von Flugzeugen, etwa durch "Acoustic Panels". Manche haben das auch schon getan. Die Lufthansa etwa hat die Düsen ihrer Boeing-737-Flotte mit den Luftstrom beeinflussenden Bauteilen ausgerüstet und nach Ansicht von Experten tatsächlich die Schallemission deutlich reduzieren können. Einen gewissen Anreiz für leiseres Fluggerät können demnach auch lärmabhängige Aufschläge auf die Flughafenentgelte schaffen, wie sie der Betreiber Fraport schon seit Jahren und früher als die Konkurrenz verlangt. Selbst wenn "leise" Flugzeuge eingesetzt werden, bleibt für die Anwohner in den Arealen unter dem sogenannten Endanflug die Belastung so hoch, dass der Flughafenbetreiber zumindest für den Westen das Aufkaufprogramm Casa neu aufgelegt hat.

          Die zweite Möglichkeit, Schallschutz "aktiv" zu betreiben, ist, die Lärmquelle Flugzeug möglichst fern von den Menschen am Boden zu halten. Das lässt sich entweder durch die Beschränkung der Nutzung oder dadurch erreichen, dass man die Routen modifiziert oder die Start-und- Lande-Prozeduren verändert. Alle Modelle scheitern jedoch im "Endanflug" (Skizze unten) an Unabänderlichem. Die Gebiete unmittelbar unter dieser "Linie", sei es Flörsheim im Westen oder im Osten die Frankfurter Stadtteile Niederrad und Sachsenhausen, müssen mehr oder weniger direkt und, mit wachsender Nähe zur Landebahn, in immer geringeren Höhe überflogen werden. Mit der Integration der neuen Nordwestlandebahn in das System der nunmehr vier Pisten haben sich die Anfluglinien 1,4 Kilometer in Richtung Norden hinein in Siedlungsgebiete verschoben - daran kann kein noch so ausgetüfteltes Anflugverfahren etwas ändern.

          Die Varianten

          Bei den zurzeit erwogenen Varianten des Anflugs ist zunächst zu bedenken, dass das Kapazitätsziel des Ausbaus von 126 Flugbewegungen in der Stunde noch lange nicht erreicht ist; zurzeit sind es etwa 80. Die Lärmlast wird also weiter zunehmen, sofern sich keine grundlegenden Änderungen ergeben. Die einzelnen Prozeduren, die die Lärmbelastung für die Anwohner lindern sollen, sind folgende:

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