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Frankfurter Flughafen : Und was ist mit Dregger?

Wegen des Coronavirus herrscht beim Frankfurter Flughafen aktuell kaum Betrieb. Die Junge Union schlägt vor, den Fraport nach Helmut Kohl zu benenn. Bild: Wonge Bergmann

Neben Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie wird aktuell auch dieser Vorschlag diskutiert: Die Benennung des Frankfurter Flughafens nach Helmut Kohl. Das stößt nicht bei jedem auf Begeisterung.

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          Corona, Corona, Corona . . . die Tage im Homeoffice sind eintönig, die Mails kreisen alle um dasselbe, verzweifelte Suche nach etwas Unverhofftem für die geschätzten Leser, der Erbseneintopf aus der Dose auf dem Herd nebenan kokelt vor sich hin . . . da! Die Rettung! Wer kriegt das hin in diesen Tagen? Die Agenda mal eben um 180 Grad zu drehen? Einfach etwas auf die Tagesordnung zu setzen, was so gar nichts mit Corona, Homeoffice und Erbseneintopf zu tun hat? Na, das schaffen nur die tapferen Recken von der Jungen Union. Den Frankfurter Flughafen nach Helmut Kohl, pardon, Dr. Helmut Kohl, zu benennen: das sind Breaking News in diesem nachrichtlichen Einerlei, am Samstag stand es hier im Blatt.

          Endlich einmal wieder so eine herrliche Debatte wie früher, als es noch um Weltanschauungen ging und nicht bloß um Viren, als es noch erlaubt war, den politischen Gegner mit einem Ruck zu demaskieren, sich direkt vor ihm aufzubauen und ihm die Meinung ins Gesicht zu schleudern, und glücklicherweise war die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen so freundlich, gleich mit voller Wucht draufzugehen auf die armen Nachwuchspolitiker und spitz zu fragen, ob denn der Airport dann vielleicht „Helmut Kohl Bimbes Flughafen“ heißen solle.

          Kein Aprilscherz

          Ach, wie wunderbar, so unverstellt Retro, was haben wir sie geliebt, diese Jahre, als es noch um wirklich wichtige Themen ging. Und wir möchten beiläufig bemerken, dass in dieser Zeitung sogar schon Petra Roth als Namensgeberin für unseren Weltflughafen vorgeschlagen worden war, aber auf die Journalisten hört ja wie üblich niemand. Vielleicht lag es auch daran, dass es an einem 1. April in der Zeitung stand, aber so weit weg davon hatte ja auch die Junge Union ihren Vorschlag nicht gemacht.

          Obwohl: Dieser Hinweis auf das Kalendarium heißt jetzt nicht, dass wir uns etwa gegen die Idee aussprächen, wir sind dazu einfach gar nichts, weder dafür noch dagegen. Das nimmt sich jetzt auch dieses meinungsfreudige Blatt in diesen verrückten Zeiten mal raus. Denn die Debatte um den Dr.-Helmut-Kohl-International-Airport darf gern noch ungestört von der Meinung dieser Zeitung lange weiterlaufen, und Weiterungen sind ausdrücklich erwünscht, wir setzen da auch weiter ganz auf die Junge Union und Frau Nissen. Das Frankfurter Kreuz hat schließlich auch keinen richtigen Namen, was ist eigentlich mit Alfred Dregger? Jede Ablenkung ist willkommen. Darauf jetzt aber erst einmal einen Teller Suppe.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

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