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Frankfurter Flughafen : Lufthansa: Pünktlicher und leiser mit neuer Landebahn

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Die Lufthansa erreicht nach eigenen Angaben dank der neuen Landebahn an ihrem wichtigsten Drehkreuz Frankfurt nun regelmäßig über 80 Prozent pünktliche Ankünfte - nach 64 Prozent zuvor Bild: dapd

Mag die neue Landebahn in Frankfurt auch weiter auf heftige Proteste bei Anliegern stoßen: Der Lufthansa hilft sie, pünktlicher und leiser zu fliegen. Dessen ungeachtet rügt die Fluglinie die 23-Uhr-Grenze.

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          Die Lufthansa ist mit Hilfe der umstrittenen neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen nach eigenen Angaben deutlich pünktlicher und sogar leiser geworden. Die zusätzliche Kapazität des Flughafensystems habe dazu beigetragen, bislang notwendige Warteschleifen zu vermeiden, teilte die größte europäische Fluggesellschaft in Frankfurt mit.

          Die Lufthansa erreicht nach eigenen Angaben an ihrem wichtigsten Drehkreuz nun regelmäßig über 80 Prozent pünktliche Ankünfte. Das sei vergleichbar mit anderen Drehkreuzen im Wettbewerb wie Amsterdam, London-Heathrow oder München. Vor Inbetriebnahme der neuen Landebahn habe der Pünktlichkeitswert in Frankfurt mehr als 14 Prozentpunkte darunter gelegen. Die vierte Bahn an Deutschlands größtem Flughafen ist seit dem 21. Oktober 2011 in Betrieb und wird wegen des zusätzlichen Lärms heftig von Bürgerinitiativen bekämpft.

          Arbeit an Lärmminderung

          Als pünktlich angekommen gilt ein Jet auf der Kurzstrecke, wenn er bis drei Minuten nach der geplanten Ankunftszeit auf seiner Position steht. Den Langstreckenfliegern wird eine Toleranz von 15 Minuten zugestanden.

          Die neue Bahn habe zu einer Umverteilung des Lärms geführt, erklärte Lufthansa-Passagevorstand Kay Kratky. Den Belastungen der Anwohner der neuen Bahn stünden Entlastungen in anderen Anrainerkommunen entgegen. „Mit unseren Partnern Fraport und Deutsche Flugsicherung arbeiten wir intensiv daran, durch möglichst kurzfristige Maßnahmen den Fluglärm für alle Betroffenen zu reduzieren.“

          23-Uhr-Grenze ein Dorn im Auge

          Kritik äußerte die Fluggesellschaft an der strikten Auslegung des vorläufigen Nachtflugverbots an der 23-Uhr-Grenze. In den drei Monaten hätten 19 Jets der Lufthansa am späten Abend nicht mehr starten können, so dass mehrere tausend Passagiere unfreiwillig eine Nacht im Hotel oder sogar im Transitbereich verbringen mussten, sofern sie kein Schengen-Visum vorweisen konnten. Die Lufthansa hat Interkontinentalflüge vorverlegt und verlangt eine weitere Auslegung des Nachtflugverbots. Wegen der besseren Pünktlichkeit am Tag habe sich die Zahl der Passagiere, die ihren Anschlussflug verpassten, um ein Viertel reduziert.

          Mit der zusätzlichen Landebahn sind nach Darstellung des größten Flughafenkundens auch positive Einflüsse auf die Umwelt verbunden. So fielen nunmehr viele der bislang notwendigen Warteschleifen über dem Rhein-Main-Gebiet weg, argumentierte die Lufthansa. Ihre Jets müssten in der Luft tagtäglich zweieinhalb Stunden weniger warten als vor der Landebahneröffnung. Das habe in den drei Monaten rund fünfeinhalb Tonnen Kerosin und 17,3 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen vermieden.

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