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Frankfurter Flughafen : Bei Unwetter bleiben fünf Stunden Ruhe

Streitfall: Grundsätzlich wird in Frankfurt nachts nicht mehr geflogen – von begründeten Ausnahmen abgesehen. Bild: dapd

Laut Luftaufsicht gibt es am Flughafen Frankfurt an relativ wenigen Tagen im Jahr Starts nach 23 Uhr. Wenn aber doch, dann ballen sie sich oft stark. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag war das aufgrund der Wetterlage wieder so.

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          Vierundzwanzig Starts zwischen 23 Uhr und Mitternacht, drei verspätete Landungen nach 23 Uhr: Blitz, Donner, Sturm und Starkregen haben in der Nacht von Donnerstag auf Freitag am Frankfurter Flughafen für das Szenario gesorgt, das wetterbedingte Abweichungen vom Nachtflugverbot zwischen 23 und 5 Uhr zulässt. Trotzdem bleiben am Ende neun Flugzeuge ungeachtet ihrer Ausnahmegenehmigung am Boden. Sie wären nicht vor 24 Uhr in der Luft gewesen.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Mitternacht ist auch für die hessische Luftaufsicht die „Deadline“. Danach dürfen selbst die Wächter über das Nachtflugverbot vom hessischen Verkehrsministerium keine Ausnahmen von der Regel mehr zulassen. Nur für Ambulanz- und Vermessungsflüge gilt das nicht, auf diese haben sie gar keinen Einfluss, wie Jörg Egerter, Referatsleiter Sicherheit im Luftverkehr im Verkehrsministerium erläutert; ihm untersteht die Luftaufsicht.

          Hauptgrund für Sondergenehmigungen

          Die Unwetternacht auf Freitag zeigt beispielhaft, wie es zu Ausnahmen vom Nachtflugverbot kommt und warum es dann oft gleich so viele auf einmal sind. Die Ballung erklärt sich dadurch, dass schlechtes Wetter, der Hauptgrund für Sondergenehmigungen, eben nicht einzelne, sondern alle Maschinen trifft, die sich auf dem Flughafen befinden oder ihn gerade anfliegen.

          Das belegt auch ein Blick auf Zahl und Häufung von verspäteten Starts in der ersten Juni-Hälfte am Frankfurter Flughafen: Lediglich an zwei Tagen hat es überhaupt Starts zwischen 23 Uhr und Mitternacht gegeben. Am 8. Juni hob in dieser sogenannten Nachtrandstunde ein einziges Flugzeug ab, fünf Tage später kamen dann aber gleich 22 Starts in dieser einen Stunde zusammen. Der Grund waren einmal mehr Windboen, Regen und Gewitter. Hinzu kam die vorübergehende Schließung der Startbahn 18 West.

          Das weist auf eine weitere Besonderheit am Frankfurter Flughafen hin: Zu den Kriterien, die Ausnahmen vom Nachtflugverbot begründen, zählen nicht nur Regen, Blitz und Donner, sondern auch der Nordwind. Denn der wird auf der Startbahn 18 West, von der aus nur in Richtung Süden gestartet werden darf, zum Rückenwind und bei entsprechender Stärke für die Maschinen zur Gefahr; die Bahn muss dann geschlossen werden. Geschieht das aber, gerät der Zeitplan auf dem Flughafen rasch aus den Fugen, weil viele der Starts über diese Bahn abgewickelt werden. So muss dann das alte Parallelbahnsystem alle Starts bewältigen.

          7,5 tägliche „Verspätungslandungen“

          Was die verspäteten Landungen zwischen 23 Uhr und Mitternacht betrifft, gab es in der ersten Juni-Hälfte zwar 22. In dieser Stunde sind aber dem Planfeststellungsbeschluss zufolge Landungen erlaubt, wenn der Flugplan bei normaler Wetterlage die Einhaltung der 23-Uhr-Grenze gewährleistet hätte. Im Jahresdurchschnitt dürfen es nicht mehr als 7,5 tägliche „Verspätungslandungen“ sein, wie Egerter erläutert. Zurzeit liege der Schnitt bei weniger als der Hälfte.

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