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Frankfurter Flughafen : Anzeige wegen Wirbelschleppen

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Hessen-SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel (Mitte) hörte sich vor wenigen Tagen die Klagen von Anliegern in Flörsheim über Wirbelschleppen an Bild: dpa

Wirbelschleppen am Frankfurter Flughafen sorgen stellenweise für herabfallende Ziegel. Der Verwandte einer Anwohnerin hat jetzt genug und schaltet wegen der Luftverwirbelungen die Justiz ein.

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          Die Luftverwirbelungen von Flugzeugen am Frankfurter Flughafen könnten bald auch die Justiz beschäftigen. Der Verwandte einer betroffenen Anwohnerin hat nach einem Bericht der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ Strafanzeige wegen der sogenannten Wirbelschleppen gestellt. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden bestätigte, es sei eine Anzeige wegen versuchten Totschlags gegen unbekannt eingegangen. Nach Angaben der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“ stammt die Anzeige vom Sohn einer Hausbesitzerin aus Flörsheim, der Mann selbst stamme aus Steinbach im Taunus.

          Wirbelschleppen eines Flugzeugs hatten unter anderem in Flörsheim mehr als 50 Ziegel von einem Hausdach geschleudert. Dort gab es seit Jahresbeginn sieben dokumentierte Schäden, bei denen landende Maschinen Dachziegel herumgewirbelt oder beschädigt hatte. In Raunheim wurden nach Angaben der Stadt seit 2001 über 60 Fälle gezählt. Die Bürgermeister Raunheims und Flörsheims in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens hatten deshalb Sofortmaßnahmen gefordert.

          Landeverbot für schwere Flugzeuge beantragt

          Das hessische Verkehrsministerium prüft, welche Konsequenzen aus den jüngsten Wirbelschleppen-Unfällen zu ziehen sind. Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) beantragte, Wiesbaden müsse die Landung von schweren Maschinen auf der Nordwestbahn des Flughafens verbieten, wie die Rhein-Main-Zeitung am Samstag berichtete (siehe E-Paper).

          Die Flughafenbetreiberin Fraport beginnt deshalb am Dienstag damit, die Dächer in bestimmten Gebieten von Raunheim und Flörsheim zu überprüfen. „Unser Ziel ist, schnellstmöglich einen Überblick über die aktuelle Lage zu gewinnen und die Inspektionen in den nächsten vier bis sechs Wochen abzuschließen“, sagte Vorstandsmitglied Peter Schmitz. In vier Wochen wolle sich das Unternehmen mit den Verantwortlichen aus Raunheim und Flörsheim zusammensetzen und abstimmen, wie es weitergehen soll. „Natürlich werden wir die Inspektionsergebnisse auch den Hausbesitzern einzeln im Nachgang zur Verfügung stellen“, hieß es weiter.

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