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Datacenter-Betreiber Telehouse : Auf den Ausbau folgt der Neubau

Gutgelaunt: Béla Waldhauser, Chef des Rechenzentrums-Betreibers Telehouse in Frankfurt, profitiert von der anhaltend starken Nachfrage nach Flächen für Hochleistungsrechner Bild: Wonge Bergmann

Die Rechenzentrums-Branche in Frankfurt wächst dank Smartphone und Cloud schier unaufhaltsam. Anbieter Telehouse sagt: Die Betreiber in Frankfurt können die Nachfrage kaum bedienen.

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          In acht Jahren will Béla Waldhauser in den Ruhestand wechseln. Einen Mangel an Arbeit braucht der Geschäftsführer von Telehouse nicht zu befürchten. Denn: „Bis zu meinem geplanten Renteneintrittsalter muss ich mir über Wachstum keine Gedanken machen“, sagt Waldhauser und lächelt dazu. Der Grund für seine Prognose findet sich im Tagesgeschäft des von ihm geführten Betreibers von Rechenzentren an der Kleyerstraße im Frankfurter Gallus. Telehouse baut ein altes Gebäude aus. Wenn der Bauabschnitt fertig ist, kommen zu den bestehenden 25.000 Quadratmetern noch 1500 Quadratmeter für Hochleistungsrechner internationaler Kunden hinzu. Waldhauser denkt aber schon weiter.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          In seiner Schublade liegen Pläne für einen Neubau. „Dann reden wir über 4000 bis 5000 Quadratmeter Nettofläche für Rechner.“ Denn das wachsende Datenvolumen im Internet treibt anhaltend die Nachfrage nach Stellflächen für Rechner. „Auch in diesem Jahr wird sich die Datenmenge verdoppeln“, sagt der Chef von 73 Mitarbeitern. Das heißt: 2017 fallen ebenso viele Daten an wie in allen Jahren seit dem Start des Internet zusammen, wie er hervorhebt. Ein Ende der Zunahme sieht er nicht so bald: Statt den Fernseher einzuschalten, wählten Mediennutzer vermehrt die Streaming-Dienste im Internet. Zudem lagern Mittelständler ihre Daten verstärkt in die Cloud aus, wie in der Branche zu hören ist. „Und mit Smart Factory und Smart Home haben wir gerade erst angefangen“, sagt Waldhauser.

          All das ist gut für Rechenzentren und damit für den Standort Frankfurt. Schließlich befinden sich am Main mehr als ein Viertel aller Datacenter-Flächen in Deutschland. In absehbarer Zeit wird sich daran nichts ändern. Außer Telehouse bauen die Mitbewerber Equinix, Interxion und Zenium ihre Präsenz in Frankfurt aus. In Sossenheim kommen zudem Rechenzentren von Colt Data Centres und von Digital Realty hinzu; beide Anbieter sind in Frankfurt bisher gar nicht vertreten. Auf jeder Baustelle geht es um Dutzende Millionen Euro an Investitionskosten.

          Allein Telehouse wird bis zum Ende des geplanten Ausbaus einschließlich des neuen Technikgebäudes, das die Strom- und Kühlanlagen beherbergt, bis zu 50 Millionen Euro ausgeben. Dass dieses Geld schlecht angelegt sein könnte, steht nicht zu erwarten: Vor allem Anbieter von Cloud-Computing haben einen Bedarf, den die Datacenter-Betreiber in Frankfurt kaum befriedigen können, wie Waldhauser sagt.

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