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Schwache Neuvermietungen : „Der Frankfurter Büromarkt schwächelt“

Als letztes Bürogebäude ist der Turm „Winx“ auf dem Maintor-Areal im Bau - hier Investorin Susanne Klatten während der Grundsteinlegung Bild: dpa

Der Frankfurter Büromarkt hat gemessen an der Summe der neu vermieteten Flächen ein unterdurchschnittliches Jahr hinter sich. Projektentwickler und Makler sorgen sich - das hat auch mit den Banken zu tun.

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          Der Frankfurter Büromarkt hat schon bessere Jahre erlebt: Nur 390.000 Quadratmeter Bürofläche wurden im vergangenen Jahr neu vermietet, das ist ein unterdurchschnittlicher Wert. Im zweiten Jahr in Folge wurde der langjährige Mittelwert unterschritten, während in anderen Großstädten wie Berlin, Düsseldorf und München große Mietverträge abgeschlossen werden. Projektentwickler betrachten diese Entwicklung mit Sorge: „Frankfurt schwächelt. Das muss uns Sorgen machen“, sagt Ulrich Höller.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Projektentwickler stand lange Zeit der DIC Asset AG vor und hat das Maintor-Projekt entwickelt, ein Quartier mit vier Bürohochhäusern und einigen Wohnhäusern in der Frankfurter Innenstadt. Als letztes Gebäude ist dort zurzeit der „Winx“-Büroturm im Bau. Mittlerweile ist Höller in den Aufsichtsrat der DIC gewechselt und konzentriert sich mit seinem neuen Unternehmen, der GEG German Estate Group, auf Einzelhandels-, Büro- und Hotel-Immobilien sowie hochpreisige Wohnprojekte. Außer dem Erwerb von Bestandsgebäuden kommen auch neue Projektentwicklungen in Frage. Allerdings nicht unbedingt auf dem Frankfurter Büromarkt: „Ich würde jetzt keinen neuen Büroturm bauen“, sagt er.

          Berlin und die Fintechs

          Das Maklerhaus JLL macht für die durchwachsene Stimmung auf dem Bürovermietungsmarkt die Bedeutung des Bankensektors verantwortlich. Die deutsche Finanzmetropole leide unter der „Flaute“ von Banken und Finanzdienstleistern. Die Bankenszene konsolidiere, rationalisiere und optimiere ihre Strukturen und damit auch ihre Flächen. Vergleichsweise wenige Neuabschlüsse seien die Folge.

          „Natürlich trägt der Finanzdienstleistungssektor auch künftig sein Scherflein zum Marktgeschehen bei, aber die Zukunftssicherung braucht frische Ideen und neue Player in der Mainmetropole“, sagt Vermietungsexperte Christian Lanfer. Er hofft darauf, dass Fin-Tech-Unternehmen die Lücke füllen. „Der Ruf nach innovativen und coolen Büroimmobilien wird immer lauter“, sagt Lanfer. Aber für junge Start-ups ist Berlin oft attraktiver als der konservative Frankfurter Büromarkt.

          Auch in Höllers Augen leidet der Frankfurter Markt noch immer unter der Finanzkrise. Mit anderen Worten: Schwächeln die Finanzunternehmen, dann spüren das auch ihre Dienstleister. „Da hängt ein ganzer Rattenschwanz dran“, sagt Höller. Ohne die beiden „Mega-Vorteile“ der Stadt, den Flughafen und den Sitz der Europäischen Zentralbank, sähe es weitaus schlechter aus. Für Höller ist der Frankfurter Markt „der anspruchsvollste der Republik“. Denn es gebe für viele Unternehmen schlicht keinen Grund umzuziehen.

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