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Grünflächenamt Frankfurt : Paten für Bäume, Beete und Kübel gesucht

Engagierte Patinnen: Am Rottweiler Platz ist dieses Baumbeet in den vergangenen Wochen entstanden. Und der Baum profitiert. Bild: Maximilian von Lachner

Die heißen Sommer machen den Bäumen in Frankfurt zu schaffen. Das Grünflächenamt will ihnen helfen – und sucht Bürger, die sich um die Pflanzen in ihrer Straße kümmern.

          3 Min.

          Der Rottweiler Platz im Gutleutviertel in Frankfurt ist alles andere als eine Steinwüste. Auch die benachbarte Werftstraße ist von Bäumen gesäumt. Zumindest auf den ersten Blick gibt es an Grün keinen Mangel. Dennoch haben sich Anwohner gefunden, die ihr Wohnumfeld schöner gestalten wollen. Denn das Rund um so manchen Baum ist mehr Hundeklo und verdreckte Wildnis als unversiegelter Schutzraum, durch den der Regen bis an die Baumwurzeln gelangen kann. Und in den Pflanzkübeln sammeln sich Zigarettenkippen.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Wir sind dankbar, dass sich Frankfurter finden, die sich um das Grün vor ihrer Haustür kümmern, Bäume gießen, Baumscheiben begrünen, Kübel bepflanzen“, sagt Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Die Anwohner am Rottweiler Platz haben längst eine offizielle Patenschaft für ihren Baum und das darunterliegende Beet übernommen, das sie selbst bepflanzt haben. Ginge es nach der Grünen-Politikerin, gäbe es viel mehr solcher Patenschaften. Unter dem Motto „Stadtgrün sucht Dich“ hat das Grünflächenamt jetzt eine Kampagne gestartet und wirbt damit um Paten für das Grün in der eigenen Straße. In einem Flyer sprechen schon gefundene Paten von ihrer Motivation: „Das ist meine Straße, und das ist mein Baum“, sagt da eine Frau, und eine Familie mit zwei kleinen Kindern tut kund: „Es ist schön, wenn man morgens aus der Tür kommt und auf was Grünes schaut.“

          Wer sich unter der E-Mail-Adresse mitmachen.amt67@stadt-frankfurt.de“ meldet, bekommt eine Urkunde und ein „Starterpaket“ mit Gartenhandschuhen und Samentüten. Ein Merkblatt gibt Hinweise, welche Pflanzen sich nicht für den öffentlichen Raum eignen. Zusätzlich erhalten die Paten ein stabiles, buntes Schild, das in den künftig eigenhändig gepflegten Boden gesteckt werden kann. Darauf steht: „Glücklich vergeben. Ich lebe schon in einer harmonischen Patenschaft.“

          Interessierte Helfer sollen sich beim Grünflächenamt melden

          Bisher gibt es nur 40 registrierte Patenschaften. Die Beete und Kübel, die noch einen Paten benötigen, sind also bei weitem in der Überzahl. Sie bekommen demnächst ein Hinweisschild mit der Aufschrift: „Blumenkübel sucht Dich. Biete Schönheit und Nährboden, suche kreativen Gärtner oder Gärtnerin für gemeinsame Stunden.“ In jedem Fall bittet das Amt darum, dass Interessierte sich melden und nicht einfach losgärtnern. Ansonsten könne es sein, dass von der Stadt beauftragte Firmen aus Unkenntnis manches als Unkraut einschätzten und entsorgten.

          Nach Angaben von Simone Jacob, der stellvertretenden Leiterin des Grünflächenamts, hat das Amt „einfach nicht das Personal und nicht die Mittel, um die zahllosen Blumenkübel in der Stadt zu bepflanzen und zu pflegen“. Auch an den Baumscheiben wird nur dafür gesorgt, dass es einigermaßen ordentlich aussieht. In Zeiten des Klimawandels liegt das Hauptaugenmerk darauf, an den Straßen erst einmal alles Erdenkliche zu tun, um die mehr als 50.000 Straßenbäume so unbeschadet wie möglich durch heiße, trockene Sommer zu bringen. Wie im Stadtwald, so haben auch die Bäume an den Straßen in den vergangenen beiden Sommern enorm gelitten. Das Amt muss die Bäume verstärkt kontrollieren, damit keiner umstürzt und Passanten gefährdet. Viele sind in den vergangenen Monaten abgestorben, waren von Schädlingen befallen und krank. Das Grünflächenamt habe im vergangenen Jahr doppelt so viele Bäume fällen müssen wie in den Jahren zuvor, insgesamt mehr als 3000 Stück. „Wir freuen uns deshalb über jeden Baumpaten“, sagt Jacob.

          Trockene Sommer schaden den Pflanzen

          Frisch gepflanzte Stadtbäume werden vom Amt in den ersten fünf Jahren regelmäßig gegossen. Ansonsten hätten sie kaum eine Chance zu gedeihen. Danach müssen die Gehölze in aller Regel selbst mit dem Stadtklima zurechtkommen. Das gelingt immer weniger Bäumen. Arten wie Robinien oder auch der Bergahorn, die in der Vergangenheit als besonders geeignet für die Stadt galten, weil sie als trockenresistent eingestuft wurden, halten den Bedingungen in den Sommermonaten nicht mehr stand. „Wir verlieren diese Bäume“, sagt Heilig. „Den Straßenbäumen geht es schlecht.“

          Ein Baum benötigt in Trocken- und Hitzeperioden zwischen 80 und 100 Liter Wasser in der Woche, wie Jacob sagt. Das sind acht große und damit auch schwere Gießkannen, die die Paten aus ihren Wohnungen zu den Bäumen tragen müssen. Dem Argument, der Einsatz für das Grün belaste den Geldbeutel, hält Heilig entgegen: Die wöchentliche Wassergabe koste 30 Cent. Die Paten am Rottweiler Platz schreckt das ebenso wenig wie die körperliche Arbeit des Gießkannentragens. Allerdings haben auch sie schon überlegt, einen Schlauch direkt an die Patenschafts-Robinie zu legen.

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