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Carsten Knop

Buchmesse : Bessere Bücher lesen, nicht boykottieren

  • -Aktualisiert am

Zum guten Buch greifen statt Boykottieren: Die Buchmesse diskutiert abermals. Bild: Lucas Bäuml

Wieder sorgt ein rechter Verlag für Diskussionen auf der Frankfurter Buchmesse. Ein Boykott ist der falsche Weg. Die Buchmesse muss sich des Themas künftig schon vor Eröffnung bewusster sein.

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          Autoren sagen ihre Teilnahme an der Messe ab. Zum Boykott wird aufgerufen. Die Debatte zieht Kreise bis nach Amerika. So lernt man den Namen eines Verlages kennen, von dem niemand wissen muss. Es geht in seinem Verlagsprogramm um das Gegenteil dessen, was der Name suggeriert: nicht etwa um ein junges, einiges, liberales, weltoffenes Europa. Die Thesen der Autoren von „Jungeuropa“ vermitteln das Gegenteil: Dass Europa in seiner heutigen Verfassung am Ende sei und die Sozialdemokratie sowieso. Nationaler Sozialismus ist das Ziel. Die Titel betreiben geistige Brandstiftung, aber sie finden auch keine Beachtung – zum Glück. Durch die Absagen ist das nun anders. Wie schade, denn es gibt auf der Buchmesse so viele Themen mehr, die Beachtung verdient hätten.

          Der Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, sagt der Jurist und vermeidet damit unnötige Aufregung. Die Buchmesse lädt die Verlage nicht etwa ein, sie sind Kunden und kaufen sich Standfläche. Wird ein Verlag ausgeschlossen, hätte der das Recht, klären zu lassen, auf welcher Grundlage dies geschieht. Dann muss, im Zweifel vor Gericht, entschieden werden, ob die Publikationen gegen Gesetze verstoßen, gar verfassungswidrig sind. Ist das nicht der Fall, steht der Teilnahme nichts im Weg – so sieht es auch die Buchmesse.

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