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Frankfurter Buchmesse : Präsenzveranstaltung ohne Messegeschäft

So viele gute Bücher: Die Frankfurter Buchmesse 2021 Bild: Imago

Alle sind froh, dass die Frankfurter Buchmesse wieder in Präsenz stattfindet. Aber niemand jubelt. Hotelzimmer sind frei, Taxis gibt es mehr als genug.

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          Es haben längst nicht alle einen Grund zu jubeln. Es gibt aber auch niemanden, der sich beklagen wollte darüber, dass in diesem Jahr die Veranstaltung wieder stattfindet, die nicht nur einen der kulturellen Höhepunkte im städtischen Leben ausmacht, sondern traditionell auch eine gute Zeit bedeutet für Handel und Hotels, Gastronomie und Taxigewerbe. Zwar war in den vergangenen Jahren, vor allem für die Beherbergungsbetriebe, auch die Buchmesse kein Garant mehr für ausgelastete Häuser – dafür gibt es inzwischen einfach zu viele Hotels in der Stadt und zu viele Aussteller auf der Messe, die Präsenzzeiten ihrer Mitarbeiter kürzer halten als früher. Empfänge und Partys aber, überall in der Stadt, in Hotels und Restaurants, gehören zur Buchmesse wie die Buchstaben zum Text; normalerweise. Wie geht es dem Hotel- und Gaststättengewerbe während der Buchmesse 2021?

          Jacqueline Vogt
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die seit Pandemiebeginn erste größere Präsenzmesse, die in Frankfurt wieder stattfindet, sei ein positives Signal, geeignet, „Belebung in den Markt“ zu bringen, „ein kleines Highlight“. Das sagt Angelika Heyer von der Frankfurt Hotel Alliance, einem Zusammenschluss von 62 Betrieben mit insgesamt 14.500 Zimmern.. Allerdings: Am Mittwoch hätten auf den elektronischen Buchungsportalen 205 Hotels freie Zimmer gemeldet, keines habe mehr als 200 Euro kosten sollen, die meisten seien für 80 und 90 Euro angeboten worden. Meldungen aus den vergangenen Tagen, dass die Hotelpreise in Frankfurt extrem in die Höhe geschossen seien, stimmten nicht. „Einige haben vielleicht erst einmal höhere Raten geladen, sie aber schnell zurückgenommen.“

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          Ein bisschen ist besser als nichts

          Es fehlten vor allem die Gäste aus Übersee. Das sagt Robert Mangold, Vorsitzender des Hotel- und Gastättenverbands in Frankfurt und Geschäftsführer der Tiger&Palmen Gruppe. „Der Überdruck ist noch nicht da, aber das hat auch niemand erwartet.“ Ein Hotel wie das Jumeirah in der Innenstadt sei gerade zu 60 Prozent ausgelastet, über eine solche Zahl „wären vor einem halben Jahr alle froh gewesen“.


          Für die Gastronomie zeichnet Mangold ein Bild mit verschiedenen Farben. Italienische Lokale zum Beispiel klagten gar nicht so, wie auch alle anderen nicht, die ein auf ein bestimmtes Publikum zugeschnittenes Konzept hätten. Für das Zwei-Sterne-Restaurant Lafleur aus der Tiger & Palmen Gruppe, seit dem zweiten Lockdown nur an drei Tagen in der Woche geöffnet, werde er Ende Oktober einen vierten Öffnungstag einführen, sagt Mangold. Alles in allem hoffe die Branche auf 2022, wenn die Messe Frankfurt wieder alle ihre Veranstaltungen ausrichten wolle.

          Hoffen auf 2022

          Stark betroffen von dem pandemiebedingten Einbruch des Messe-Geschäfts in diesem und dem vergangenen Jahr ist die Frankfurter Taxi-Branche. „Wir hatten in den schlimmsten Zeiten 90 Prozent Umsatzrückgang“, sagt Hans-Peter Kratz, Vorsitzender der Taxivereinigung Frankfurt. In diesen Tagen, in denen die Buchbranche in der Stadt zusammenkommt, bereite es den Unternehmen keine Probleme, „das bisschen Messe abzudecken“. Das bisschen Messe. Vor Corona war das anders. Früher hat es laut Kratz am Hauptbahnhof nur so von Messegästen gewimmelt, ob sie auf die Ambiente gewollt hätten, auf die Sanitärmesse oder eben auf die Buchmesse.

          „Einen Tag vor der Messe und am ersten Tag war immer sehr viel“, sagt Solaiman Khel, der seit 14 Jahren in Frankfurt Taxi fährt. Der 55 Jahre alte Taxifahrer zeigt am Donnerstag auf die lange Schlange wartender Wagen vor dem Bahnhof. „Jetzt kommt keiner.“ Die Umsätze der Taxibranche seien über den Sommer zeitweise auf immerhin 40 Prozent derer vor der Pandemie gestiegen, sagt Hans-Peter Kratz. Und jetzt? „Von der Messe ist aktuell nicht wirklich was spürbar.“

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