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Start der Buchmesse Frankfurt : Lesen, Staunen, drängeln

Los geht’s: Die Frankfurter Buchmesse beginnt. Bild: Frank Röth

In wenigen Tagen beginnt die Frankfurter Buchmesse. Zwischen Trash und Nobelpreisträgern wird ein vielfältiges Programm aus der Welt der Literatur geboten.

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          Sie ist Marktplatz und Hochamt, Kaffeeklatsch unter Nachbarinnen und Staatsakt zugleich, sie zeigt – nicht in diesem Jahr allerdings – die Werke des jeweils neuen Literaturnobelpreisträgers neben totalem Trash, sie besteht aus Geschäften, Gastland und Gourmet-Galerie, sorgt bei Verlegern, Autoren, Lektoren, Agenten und Buchhändlern für müde Füße und wattige Köpfe, endet mit Drinks und einem viel zu teuren Hotelbett und ist noch immer die bedeutendste Bücherschau einer wissensgierigen und amüsierhungrigen Welt.

          Am Dienstagabend wird die Frankfurter Buchmesse eröffnet, am Mittwochvormittag geht es richtig los, gleich mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der auf der Agora zwischen den Messehallen einen Pavillon eröffnet. Dem Staatsoberhaupt folgen fünf Tage lang rund 280.000 Besucher, vom kleinen Mädchen, das sich in sein Manga-Kostüm geworfen hat, um an der Deutschen Cosplay-Meisterschaft teilzunehmen, bis zu deutschen und internationalen Literaturstars wie Jussi Adler-Olsen, Håkan Nesser, Robert Seethaler und Juli Zeh, aber auch Sternchen wie Harald Glööckler und Michelle Hunziker.

          Lesefest „Open Books“

          Damit auch schon an den ersten drei Messetagen, wo die versammelten Herrlichkeiten nur Fachbesucher zu sehen kriegen, jeder etwas von der Bücherschau hat, beginnt am Mittwochnachmittag in der Innenstadt das vom Frankfurter Kulturamt veranstaltete Lesefest „Open Books“. Es stellt bei freiem Eintritt ziemlich viel von dem vor, was neu erschienen und halbwegs interessant ist und daher an diversen Messeständen auch für die Fachbesucher durchgenudelt wird, während es im Jahr um Jahr weiter wachsenden Agentenzentrum schon um den Handel mit den Buchrechten für das Erstellen der nächsten Verlagsprogramme geht.

          Von Dunja Hayali bis zu David Sedaris, von zwei Tagen für Kinder am Wochenende bis zu einem eigenen kleinen Comic-Festival ist man bei „Open Books“ an mehreren Veranstaltungsorten rund um den Römerberg gut aufgehoben. Weitere Informationen zum Programm gibt es im Internet unter der Adresse www.openbooks-frankfurt.de.

          Tagesticket für 20 Euro

          Weiteres Vergnügen außerhalb des Messegeländes bieten außerdem zahlreiche Veranstaltungen des „Bookfests“, das die Buchmesse selbst organisiert und nach einem ersten Versuch im Vorjahr diesmal deutlich ausweitet. Da die Messe, anders als die Stadt, auch etwas für ihre Fachbesucher tun muss, finden viele Programmpunkte allerdings doch auf dem Messegelände statt und sind den Besuchern mit den teureren Eintrittskarten, dem gefüllten Terminkalender und dem geschäftigen Blick vorbehalten.

          Aber der Blick ins Programm des „Bookfests“ lohnt sich, nicht nur wegen des großen Auftritts von Otto Waalkes am 13. Oktober in dem Saal des Kongresszentrums, in dem die Bücherschau mit der politischen Spitze des Ehrengasts Georgien auch eröffnet wird. Einzelheiten unter www.bookfest.de.

          Zum Ende der Bücherschau schließlich dürfen sich auch diejenigen zwei Tage lang zwischen den Ständen hindurchschieben, die vorher keine Fachbesuchertickets erhalten haben. Karten für die beiden Publikumstage gibt es im Internet schon jetzt unter www.buchmesse.de. Ein Tagesbesuch für eine Person kostet 20 Euro, das gesamte Wochenende ist für 30 Euro zu haben, eine Familienkarte für 40 Euro. Wenn dann am 14. Oktober in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels vergeben wird, ist das Spektakel auf dem Messegelände auch schon fast wieder zu Ende. Währenddessen aber: Viel Spaß!

          Frankfurter Buchmesse

          Frankfurter Buchmesse, 10. bis 14. Oktober

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