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Frankfurter Bahnhofsviertel : Anrufer meldet Schüsse, Polizei ermittelt wegen Missbrauch des Notrufs

  • Aktualisiert am

Im Frankfurter Bahnhofsviertel sorgte ein vermutlich böser Scherz zu Angst vor Schüssen (Symbolbild). Bild: Michael Braunschädel

Im Frankfurter Bahnhofsviertel hat in der Nacht zum Sonntag ein Anruf zu einer Straßensperrung geführt. Zeugen können der Polizei „glaubhaft versichern, weder Schüsse abgegeben noch gehört zu haben“.

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          Vermutlich ein böser Scherz hat in der Nacht zum Sonntag im Frankfurter Bahnhofsviertel zu Angst vor Schüssen und einer Straßensperrung geführt. Beim Notruf meldete sich gegen 2 Uhr ein Unbekannter, der mitteilte, in einem Hotel in der Münchener Straße seien Schüsse gefallen, wie das Polizeipräsidium berichtete. Rückfragen scheiterten, da der Anrufer sogleich sein Handy ausgeschaltet hatte.

          Die Polizei sperrte die Münchener Straße teilweise, besetzte die Zugänge zu dem Hotel und drang mit einem Generalschlüssel in die zwei von dem Anrufer genannten Hotelzimmer ein. Die teils aus dem Schlaf gerissenen Gäste waren völlig überrascht – laut Polizei konnten sie „glaubhaft versichern, weder Schüsse abgegeben noch gehört zu haben“. Auch anderswo im Hotel gab es keine Hinweise darauf. Gegen den vorerst unbekannten Anrufer ermittelt die Polizei wegen Missbrauchs des Notrufs.

          Die Notrufnummern 110 und 112 sind kostenfrei und sollen immer dann gewählt werden, wenn Polizei oder Rettungskräfte benötigt werden. Allerdings häufen sich falsche Notrufe, die die Leitung für echte Notfälle blockieren. Paragraph 145 Strafgesetzbuch stellt verschiedene Handlungen im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Notrufen unter Strafe. So ist das Vortäuschen einer Notsituation strafbar. Damit sind solche Fälle gemeint, in denen behauptet wird, dass eine Bombe vor einer Schule oder Behörde abgesetzt wurde.

          2016 zählte das Bundeskriminalamt (BKA) fast 11.000 Verstöße. Es gibt allerdings auch andere Fälle, in denen Notrufnummern missbraucht werden. Teilweise wählen Personen die Notrufnummern, um beispielsweise nach dem Weg oder der Uhrzeit zu fragen. Außerdem werden unter der Notrufnummer vermisste Tiere gemeldet oder einfach nur Kontakt gesucht. Wenn keine böswillige Absicht des Anrufers vorlag, taucht der Anruf nicht in der BKA-Statistik auf. Wer die Notrufnummer nur aus Versehen anruft, zum Beispiel weil man sich vertippt hat, macht sich natürlich nicht strafbar.

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