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Klaudia Adler und Jana Glaubi : Doppelspitze auf der Intensivstation

Gutes Team: Jana Glaubitz (links) und Klaudia Adler leiten die Intensivstation am Markus Krankenhaus. Bild: Michael Braunschädel

Als Doppelspitze haben zwei Ärztinnen die Leitung der Intensivstation am Markus Krankenhaus übernommen. Ein Arbeitsmodell mit Vorbildcharakter.

          4 Min.

          Sie treten selten gemeinsam auf und bilden doch eine feste Einheit. Was die eine entscheidet, wird von der anderen getragen. Damit das funktioniert, telefonieren sie oft. Lange Erklärungen bedarf es zwischen ihnen kaum. Klaudia Adler und Jana Glaubitz leiten seit Januar 2020 gemeinsam die Sektion Intensivmedizin am Agaplesion Markus Krankenhaus. Montags bis dienstags arbeitet Jana Glaubitz auf der Station, donnerstags bis freitags Klaudia Adler. Den Mittwoch übernehmen sie im Wechsel. Die Frauen haben sich 2019 gemeinsam als Doppelspitze auf die Oberarztstelle beworben. Beide bringen viele Jahre Arbeitserfahrung mit, beide, so sagen sie, seien bereit gewesen, mehr berufliche Verantwortung zu übernehmen. Mit dem Arbeitsmodell, das sie rund um ihre private Lebenssituation entworfen haben, wollen sie zeigen, dass es möglich ist, eine Führungsaufgabe in der Klinik mit dem Erziehen von Kindern zu verbinden. „Es geht prinzipiell alles, man muss es nur wollen“, sagt die 45 Jahre alte Klaudia Adler.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Gemeinsam angetreten sind sie im Januar 2020. Damals mit großen Plänen. Davon konnten sie erst einen Bruchteil in die Tat umsetzen. Ärgern wollen sie sich darüber nicht. Dafür fehlt ohnehin die Zeit – und der Grund. Denn beide haben sie viel gelernt in den vergangenen Monaten. Keine acht Wochen blieben ihnen, um sich in der neuen Position zurechtzu- finden. Der Ausbruch der Corona-Pandemie hat nicht nur ihre Pläne, sondern den kompletten Klinikalltag durcheinander- gewirbelt. Es ging nicht mehr darum, neue Ideen zu verwirklichen, sondern schlichtweg darum, Leben zu retten. Es waren Ausnahmesituationen, in denen sich die beiden Oberärztinnen und ihr Team in den vergangenen Monaten befunden haben. Umso hilfreicher sei es gewesen, nicht allein durch diese Zeit navigieren zu müssen. „Manche Sorgen halbieren sich durch die Arbeitsweise. Die Last vieler Dinge kann geteilt werden“, sagt Glaubitz.

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