Zerstörte Synagoge :
Die Tatsachen unter der Erde

Lesezeit: 4 Min.
Heute eine Gedenkstätte: Der Hochbunker an der Friedberger Anlage überdeckt die Reste einer orthodoxen Synagoge, die in der Pogromnacht von 1938 angezündet wurde. (Archivbild)
Unter dem Hochbunker im Ostend liegen die Reste der zerstörten Synagoge. Eine Initiative will sie ausgraben lassen. Der Direktor des Archäologischen Museums hat dazu einen klugen Rat.

Für den Psychoanalytiker Kurt Grünberg ist der Hochbunker an der Friedberger Landstraße ein Unort. Denn das zwischen 1942 und 1943 von Zwangsarbeitern errichtete Betonmonster diente in seinen Augen als Tatwerkzeug, um die Erinnerung an die orthodoxe Israelitische Religionsgesellschaft und ihr 1907 eröffnetes Gotteshaus auszulöschen, das in der Pogromnacht und in den darauf folgenden Tagen vier Mal von nationalsozialistischen Brandstiftern angezündet und danach auf Kosten der Gemeinde abgetragen wurde.

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