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Literaturarchiv der Goethe-Uni : „Babyklappe für prekäre kulturelle Stücke“

  • -Aktualisiert am

Der Germanist Wolfgang Schopf baut seit 2010 das Literaturarchiv auf. Bild: Wonge Bergmann

Fotos, Briefe und ganze Nachlässe: Im Literaturarchiv der Frankfurter Goethe-Universität hütet der Germanist Wolfgang Schopf verborgene Schätze – und bringt sie in Büchern und Ausstellungen zum Sprechen.

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          Das Drama spiele gern am Freitagmittag, sagt Wolfgang Schopf. Dann könne es vorkommen, dass Eva Demski bei ihm anrufe und berichte, Andrew Ranicki löse die Wohnung seiner Eltern im Frankfurter Dichterviertel auf. Ob Schopf nicht etwas für die Nachwelt sichern und für den Verbleib einiger Erinnerungsstücke in der Stadt tun könne. Schopf schreibt dem Sohn des Literaturkritikers, erhält am Samstag keine Antwort, dafür aber einen Anruf am Sonntag, und fährt in die Gustav-Freytag-Straße, wo der Sohn einiges an das Historische Museum gibt, den Lesesessel Marcel Reich-Ranickis aber an das von Schopf geleitete Literaturarchiv der Goethe-Universität.

          Oder der Insolvenzverwalter des Eichborn-Verlags schickt den studierten Germanisten, der von Siegfried Unseld aus dem Schreiben seiner Doktorarbeit heraus engagiert wurde, um die Unterlagen im Büro der Suhrkamp-Eminenz Helene Ritzerfeld zu sichten, hinab in den Keller des Pleiteverlags, wo Schopf in einem mit Segeltuch bespannten verdreckten Regal die Korrespondenz zwischen Vito von Eichborn, Hans Magnus Enzensberger und Franz Greno zur „Anderen Bibliothek“ entdeckt.

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