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Wohnungsmarkt Frankfurt : Die Kaufpreise steigen, die Mieten stagnieren

Hohe Mieten und steigende Kaufpreise, ein Ausbau des Wohnungsangebots könnte die Situation in Frankfurt entspannen, sagt die IHK in ihrem Wohnungsmarktbericht. Bild: dpa

Eigentumswohnungen in Frankfurt und im Speckgürtel sind begehrt und teuer. Das liegt auch an der Pandemie, meint die IHK, und spricht von einer Preiskluft.

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          Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen haben sich im vergangenen Jahr noch einmal erhöht. Die Mieten stagnierten währenddessen auf hohem Niveau. Das sind zwei Ergebnisse des Wohnungsmarktberichts, den die Industrie- und Handelskammer Frankfurt einmal im Jahr vorlegt. Der Kammerpräsident Ulrich Caspar sieht in veränderten Lebensbedingungen einen Grund für diese Entwicklung: Einschränkungen bei Urlaubsreisen und Freizeitangeboten sowie das Homeoffice habe die Nachfrage nach Kaufimmobilien im IHK-Bezirk Frankfurt, Main-Taunus- und Hochtaunuskreis erhöht und zu Preiserhöhungen über alle Teilmärkte hinweg geführt.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die hohen Preise seien allerdings für immer mehr Menschen nicht mehr erschwinglich. „Immobilienerwerb ist in Frankfurt und den präferierten, gut angebundenen Städten im Vordertaunus selbst für Haushalte aus der Mittelschicht trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus nur noch schwer realisierbar“, sagt Caspar. Die Preisspanne ist enorm: Einfach ausgestattete Wohnungen werden in den nördlichen Frankfurter Stadtteilen noch für 2.000 Euro pro Quadratmeter verkauft. In den besten Lagen im Westend ist ein Quadratmeter hingegen 11.500 Euro wert.

          Erhöhtes Wohnungsangebot als mögliche Linderung

          Auch im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis wurden in Städten und Gemeinden mit einer guten Verkehrsanbindung Preiserhöhungen registriert. Die Nachfrage danach ist nach Ansicht der IHK auch deshalb gestiegen, weil viele Unternehmen ihre Homeoffice-Regeln ausgeweitet hätten. Größere Wohnungen mit Arbeitszimmer und Blick ins Grüne seien begehrt. In den vorderen Taunusstädten werden rund 4.000 Euro je Qua­dratmeter gezahlt. Neubauwohnungen in guten Lagen liegen dort bei mehr als 6.000 Euro je Quadratmeter.

          Die Angaben beruhen auf einer Umfrage unter Immobilienexperten sowie den Gutachterausschüssen im IHK-Bezirk. Demnach sind auch Häuser teurer geworden. Am günstigsten sind Reihenhäuser und kleinere Doppelhaushälften noch in Fechenheim, Griesheim und Nied, wo rund 325.000 Euro für eine Bestandsimmobilie gezahlt werden. In Sachsenhausen und im Nordend liegen die Preise für Reihenhäuser und Doppelhaushälften älterer Baujahre schon bei mehr als einer Million Euro. Einfamilienhäuser erzielen beim Wiederverkauf noch höhere Preise: In Frankfurt-Dornbusch werden mehr als 1,6 Millionen Euro fällig. In den angrenzenden Städten starten die Verkaufspreise bei 440.000 Euro. In Bad Homburg, Bad Soden, Hofheim, Kronberg oder Oberursel werden für hochwertige Häuser Millionenbeträge gezahlt.

          Verglichen mit den Kaufpreisen sta­gnieren die Mieten im IHK-Bezirk überwiegend auf einem hohen Niveau. „Aktuell herrscht eine relative Preiskluft zwischen Kaufpreisen für Wohnimmobilien und Mieten“, heißt es im Bericht. In den beliebten Lagen und im Neubausegment seien die Mieten noch moderat gestiegen. In den Frankfurter Stadtteilen Fechenheim und Schwanheim liegen die Mietpreise im Schwerpunkt zwischen zehn und 11 Euro je Quadratmeter. Mit zunehmender Nähe zur Innenstadt wird es teurer: In Bockenheim werden Wohnungen für 13,50 Euro je Quadratmeter vermietet, in Sachsenhausen für 14,50 Euro. Wer eine günstige Wohnung sucht, muss weit fahren: In Gemeinden im Hintertaunus liegen die Mietpreise im Schnitt noch bei rund 7,50 Euro. Mit zunehmender Nähe zu Frankfurt steigen sie: In Bad Homburg, Bad Soden, Hofheim und Kronberg werden beim Abschluss eines neuen Mietvertrags schon zwölf Euro je Quadratmeter fällig.

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          Die IHK rechnet nicht damit, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt bald entspannt: „Die Ausweitung des Wohnungsangebots ist und bleibt der entscheidende Faktor für eine Trendwende“, meint Caspar und fordert mehr Bauland, kürzere Genehmigungsprozesse und mehr Umwandlungen von Mehrfamilienhäusern in Eigentumswohnungen.

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