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Reaktion auf Materialmangel: : Wohnungsgesellschaft ABG hortet Dämmstoffe

Gut gedämmt: Wohnungen der ABG Frankfurt Holding auf dem Frankfurter Riedberg. Bild: Helmut Fricke

Weil Bauteile fehlen, werden viele Wohnungen in Frankfurt später fertig als geplant. Um sich für künftige Projekte zu wappnen, hortet die städtische ABG Holding Dämmstoffe.

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          Die 259 Mietwohnungen der ABG Holding am Güterplatz im Gallus sollten längst fertiggestellt sein. Doch es fehlen kleine, aber wichtige Bauteile für die Lüftungsanlage. „Sie existieren, befinden sich aber noch in irgendeinem Überseecontainer“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker bei der Vorstellung der Jahresbilanz des städtischen Wohnungsbaukonzerns. Das Beispiel verdeutlicht eines der Probleme, mit denen die ABG derzeit zu kämpfen hat: unterbrochene Lieferketten und damit verbundene Verzögerungen auf den Baustellen. Würde alles reibungslos verlaufen, könnten deutlich mehr Wohnungen fertiggestellt werden. So waren es aber nur 309 im vergangenen Jahr, die Hälfte davon öffentlich gefördert. Für dieses Jahr rechnet Junker mit einer ähnlichen Größenordnung.

          Günter Murr
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bis 2024 soll aber trotz aller Schwierigkeiten der Bestand der ABG, der Ende 2021 bei 53 870 Wohnungen lag, um 1679 Einheiten erhöht werden, die Hälfte davon gefördert. Das größte Projekt mit rund 400 Wohnungen entsteht am Rebstock auf dem Grundstück, auf dem kürzlich eine Weltkriegsbombe entschärft wurde. Entschärfen will die ABG auch die angespannte Lage auf dem Baustoffmarkt, um künftige Bauvorhaben nicht zu gefährden. „Wir haben große Mengen Dämmstoffe gekauft und eingelagert“, sagte Junker. Auch mit anderen Teilen wie Fensterbänken hat sich der Konzern bevorratet. Doch gegen die Kostenexplosion bei den Baupreisen hilft auch das nicht. „Wir müssen deshalb bei einigen Projekten auf die Pause-Taste drücken“, sagt Junker. Denn bei Wohnungen, die ohne öffentliche Förderung entstehen, ergebe sich angesichts der Kosten eine Miete von mehr als 20 Euro pro Quadratmeter. Das sei nicht marktgerecht. Projekte wie etwa die Bebauung des Areals des Busbetriebshofs am Römerhof will Junker deshalb nicht vor 2025 beginnen. Bis dahin, so hofft er, werde sich die Situation bei den Baupreisen wieder normalisiert haben.

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