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Wohnungen und Büros : Große Pläne für Tram-Depot

Abgefahren: Das Tram-Depot Eckenheim in Frankfurt – hier eine Archivaufnahme Bild: Bergmann, Wonge

In Eckenheim könnten neben dem Betriebshof Wohnungen und Büros entstehen. Denkbar ist sogar, dass die Zentrale der Verkehrsgesellschaft Frankfurt dorthin zieht. Die Ausschreibung läuft bis Ende September.

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          Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) will ihr Straßenbahndepot an der Schwabstraße in Eckenheim umgestalten und plant dort auch ergänzende Bauten. Wie aus der Ausschreibung der Planungsleistungen hervorgeht, sollen die Planer prüfen, ob neben dem Betriebshof auch Wohn- und Bürogebäude errichtet werden können. Aus einer Vorstudie des Architekten Karl Dudler geht hervor, dass die VGF untersuchen lässt, ob sie gegebenenfalls auch ihre Zentrale an die Schwabstraße verlegen könnte. Auch ein Busdepot ist Teil der Planungen.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dudler hat drei Szenarien entwickelt. In einem Fall würde als VGF-Zentrale ein bis zu 14 Stockwerke hohes Gebäude neben dem Betriebshof errichtet. In einem anderen Fall würde das Verwaltungsgebäude mit dem Betriebshof kombiniert. Die Ausschreibung läuft bereits, die Angebote sind bis 28. September abzugeben.

          Der Betriebshof Eckenheim ist der Ausschreibung zufolge 27.000 Quadratmeter groß und umfasst neben der Abstellanlage für die Straßenbahnen auch einige Werkstatthallen, die teilweise zu einer großen, offenen Werkstatthalle zusammengefasst sind. Auf Luftbildern sind sieben Hallendächer zu erkennen.

          Nur selten genutzt

          Die Gleise sind etwas mehr als zwei Kilometer lang und werden, wie es heißt, nur selten genutzt. Auf den angrenzenden Grundstücken befinden sich ein mehr als hundert Jahre altes Wohnhaus und eine Containerwohnanlage. Das benachbarte Gleichrichterwerk sei vor Kurzem ertüchtigt worden.

          Auf dem Gelände solle „ein moderner VGF-Standort mit neuem Betriebshof“ sowie weiteren Nutzungen entstehen, an dem Kompetenzen und Kapazitäten gebündelt würden und der zur Image-Verbesserung der VGF beitragen solle.

          Im Zuge der Planung soll auch untersucht werden, ob weitere zukünftige betriebliche Bedarfe der VGF in Eckenheim abgebildet werden können. Im Rahmen der Vorplanung sollen auch Varianten untersucht werden, welche einen Erhalt des 100 Jahre alten Mehrfamilienhauses ermöglichen. Bei einem Abriss will die VGF den Mietern auf dem Areal einen adäquaten Ersatz anbieten.

          So könnte die neue Zentrale der VGF in Eckenheim aussehen.
          So könnte die neue Zentrale der VGF in Eckenheim aussehen. : Bild: Skizze Karl Dudler

          Die Frankfurter Gruppe des Bunds Deutscher Architekten kritisiert, dass für die Umgestaltung des Straßenbahndepots in Eckenheim offenbar kein Architekturwettbewerb stattfinden soll. „Wir brauchen ein anderes Verfahren“, sagt der Vorsitzende Moritz Kölling und nennt als Vorbild das Projekt Kalkbreite in Zürich. Dort wurde eine neu gebaute Tram-Abstellhalle mit einem Blockrand „umwickelt“, der genossenschaftliche Wohnungen und Gewerberäume beherbergt.

          Der BDA begrüßt laut einer Mitteilung grundsätzlich das Vorhaben der Frankfurter Verkehrsgesellschaft in Eckenheim. Das Grundstück befinde sich „in markanter Stadteingangssituation“ und könne zukünftig als Entree wirken. Frankfurt habe kaum versiegelte Flächen, die vergleichbare Potentiale für die Innenentwicklung hätten.

          „Qualitätsvoller Stadtbaustein“

          „Die Stadt muss die große Chance nutzen und hier einen qualitätsvollen Stadtbaustein errichten, der das Quartier trotz der großflächigen Depotnutzung städtebaulich integriert und es funktional bereichert“, schreiben die Architekten und fordern einen offenen Wettbewerb auf fundierter Grundlage.

          Herausragende Beispiele für hybride Nutzungsmischungen und Gebäudetypologien gebe es in Frankfurt und anderen Städten. Die „Kalkbreite“ in Zürich sei ein ausgezeichnetes Wohnprojekt auf einem aktiven Straßenbahndepot in der Innenstadt.

          Die Flächen für die Innenentwicklung der Stadt seien kostbar, hierfür brauche man „starke Ideen“, die in Wettbewerbs- und Konzeptverfahren ausgelotet werden sollten. Grundstücke im Besitz der öffentlichen Hand sollen überdies nicht veräußert, sondern in Erbpacht vergeben werden, fordert der BDA.

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