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Frankfurt prüft Standorte : Wohnen auf Supermärkten

Huckepack: Der Norma-Markt im Nürnberger Ortsteil Gostenhof mit einer voll ausgestatteten Kindertagesstätte im Obergeschoss als Musterbeispiel Bild: obs/NORMA

Supermarkt-Betreiber planen zunehmend, ihre Geschäftsgebäude mit Raum für Wohnungen aufzustocken. In der Stadt Frankfurt gibt es nach Einschätzung des Planungsdezernenten reihenweise geeignete Standorte.

          Nach zahlreichen anderen deutschen Großstädten prüft nun auch Frankfurt, inwieweit eingeschossige Supermärkte mit Wohnungen aufgestockt werden könnten. Damit reagiert die Stadt auf den Mangel an Wohnraum und das zunehmende Interesse von Supermarktbetreibern an einer solchen Mischnutzung, die durch steigende Grundstückspreise immer attraktiver wird.

          Die ersten Ergebnisse dieser Prüfung stellte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) im Planungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung vor. Von 82 eingeschossigen Märkten befinden sich 51 in Wohnlagen, wie Josef berichtete. Berücksichtige man Kriterien wie das Alter der Bausubstanz und die jeweilige Zahl der potentiellen Wohnungen, blieben noch 19 „vielversprechende“ Standorte übrig. Auf diesen Grundstücken könnten etwas mehr als 1000 Wohnungen entstehen, wenn die Eigentümer, also jene der Supermärkte, mitmachten. In den nächsten Monaten will das Baudezernat mit sieben Märkten Gespräche aufnehmen, wie er weiter sagte. Aufgrund der Statik ist es Berichten zufolge meist nicht möglich oder sehr teuer, eingeschossige Supermärkte direkt aufzustocken. Stattdessen müssen sie abgerissen und neu gebaut werden.

          Lidl plant Neu an der Mainer Landstraße

          Josef gestand zu, dass die Areale der Märkte ein relativ kleines Potential für den Wohnungsbau zeigten. Vor allem im Vergleich zu anderen Städten wie Berlin sei Frankfurt eben schon dicht bebaut. Trotzdem erntete der Vorschlag breite Zustimmung. „Wir hoffen, dass das zügig vorangeht“, sagte Sieghard Pawlik von der SPD. Er verwies genauso wie Vertreter der Linken und der Grünen darauf, dass Wohnungen nicht nur über den eingeschossigen Märkten, sondern auch auf den Parkplätzen entstehen sollten. Stellplätze könnten in Tiefgaragen verlegt werden.

          Die Discounter-Kette Lidl plant für 2019 den Bau eines neuen Gebäudes an der Mainzer Landstraße. Die dort bestehende Filiale soll abgerissen werden. Im Zuge des Neubaus sollen auf dem Grundstück 110 Wohnungen entstehen, 40 über dem Markt und 70 weitere in einem separaten Gebäude, das dann von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG übernommen werden soll. Josef lobte das Vorhaben, sagte aber auch, die Stadt sei nicht glücklich darüber, dass die Lidl-Parkplätze auch beim Neubau oberirdisch angelegt werden sollen.

          Außer Lidl haben sich auch andere Supermarkt-Ketten wie Rewe, Tegut, Norma und Aldi mit dem Konzept der Mischnutzung angefreundet. Tegut hat es in Frankfurt am Gravensteiner Platz schon verwirklicht, Rewe an der Maybachstraße.

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