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Wohin? Was tun? : Hilfe, die Eltern kommen!

Erst heißt es: „Wir sind um zehn Uhr da”, und klingelt es doch schon um 8.30 Uhr an der Haustür. Bild:

In der Regel besuchen die Kinder die Eltern. Manchmal ist es auch umgekehrt. Dann machen sich die Eltern auf den Weg zur Tochter oder zum Sohn in die Stadt. Panik ist darob nicht angebracht: Hier kommt ein Eltern-Kind-Programm, mit dem man sogar Geld spart.

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          Eltern und Kinder verstehen sich nicht immer gut, aber auch wenn sie gut miteinander können, kann der plötzliche Richtungswechsel - also: Mama und Papa machen sich auf den Weg zur Tochter oder zum Sohn in die Stadt - Stress bedeuten. Wo sollen sie schlafen? Was wird gegessen? Was wird gemacht? Das sind Anforderungen, die rechtzeitig angegangen werden müssen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Punkt eins: die Übernachtung. Anders als zu Hause bei den Eltern, wo meistens mehrere Betten in ehemaligen Kinderzimmern zur Auswahl stehen, leben die Kinder, sofern sie noch nicht verheiratet und etabliert sind, meistens in kleinen Wohnungen. Deshalb ist es ratsam, ein Zimmer zu buchen, unbedingt an messefreien Wochenenden, da Hotels sonst ausgebucht oder deutlich teurer sind.

          Ein günstiges Privatzimmer

          Ohnehin kommt es hierbei auf das Budget und den Ausgabewillen der Eltern an. Privatzimmer in der Kategorie „gehoben“ gibt es über Bed-and-Breakfast-Organisationen (siehe Kasten) schon für 60 Euro in guter Lage. Spezielle Wochenend-Arrangements aller Kategorien außerhalb der Messezeiten bietet auch die Frankfurter Tourismus und Congress GmbH im Internet an. Wer mindestens 14 Tage im Voraus bucht, kann ein Schnäppchen machen.

          Es muss nicht immer der Maintower sein. Die Zeilgalerie bietet auch einen soliden Rundblick.

          So liegt etwa das günstigste Angebot für ein Wochenende nach der Buchmesse (24. bis 26. Oktober) mit zwei Übernachtungen in einem Hotel wie dem Maingau in Sachsenhausen bei 87 Euro pro Person. Das ist ein guter Preis, zumal die Frankfurt Gruppen-Card für zwei Tage im Wert von 24 Euro enthalten ist.

          Rabatt mit der Frankfurt Card

          Mit der Frankfurt Card in der Gruppenversion haben bis zu fünf Personen freie Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet. Hinzu kommen: 25 Prozent Rabatt auf Stadtrundfahrten, 50 Prozent Rabatt in 20 Frankfurter Museen, im Palmengarten, im Zoo sowie auf der Flughafen-Besucherterrasse. Die Einzelkarte für die Oper oder das Schauspiel ist mit der Frankfurt Card um 15 Prozent ermäßigt, Fahrten mit der Primus-Linie auf dem Main sind ein Fünftel günstiger. Die Eltern, die ja meistens auf Reisen die Spendierhosen anhaben, auch wenn die Kinder (endlich) ihr eigenes Geld verdienen, werden es danken.

          Mal angenommen - und damit sind wir bei Punkt zwei, dem Besuchsprogramm -, die Eltern wären mit Tochter und deren Freund in Frankfurt unterwegs und sie absolvierten an einem Tag mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Gruppenkarte für 8,40 Euro) ein strammes Programm mit zweieinhalbstündiger Stadtrundfahrt, Palmengarten und Städel Museum, so summierten sich die regulären Eintritts- und Fahrpreise auf die stattliche Summe von 168,40 Euro. Mit der Frankfurt Card fallen für dieses Programm nur 106 Euro an - eine Ersparnis von 62,40 Euro.

          Warum muss es immer der Maintower sein?

          Keine direkte Vergünstigung gibt es mit der Frankfurt Card für den Maintower, dem traditionellen Höhepunkt jeder Sightseeing-Tour. 4,60 Euro pro Person kostet das Heraufsausen mit dem Fahrstuhl in den 53. Stock, wo es ein Restaurant und eine Bar gibt sowie in 198 Meter eine Plattform mit tollem Fernblick. Wem 4,60 Euro zu teuer sind, für den gibt es Gratis-Alternativen. Eine liegt unmittelbar in der Nachbarschaft: das Eurotheum, ein Hochhaus mit 31 Stockwerken und 110 Metern Höhe. Es beherbergt ein Hotel und im 22. Stockwerk die Bar 22nd Lounge, in der die Frankfurter abends bei Pianomusik Ally McBeal spielen.

          Mit dem Fahrstuhl geht es unentgeltlich hinauf. Besuchern werden Aussicht und Ambiente gefallen. Allerdings öffnet die Bar erst um 18 Uhr. Bis dahin müssen sich Sparfüchse mit weniger Höhenmetern zufriedengeben: etwa mit der Terrasse (31 Meter) vor dem Café der Galeria Kaufhof, oder sie fahren mit dem Fahrstuhl zur Plattform der benachbarten Zeilgalerie, die fünf Meter mehr bietet als die Kaufhof-Terrasse sowie einen soliden Rundblick. Die Plattform ist auch sonntags geöffnet.

          Ein Ausflug ins Rheingau

          Keinen Eintritt, aber Benzin kosten Ausflüge mit dem Auto in die Umgebung. Der Rheingau, vor allem im Herbst, wird nicht nur Nordlichtern gefallen, wenngleich ein Spaziergang am Rheinufer von Eltville an windigen Tagen durchaus etwas Maritimes hat. Oben auf dem Berg empfiehlt sich, um nur eine Sightseeing-Möglichkeit von vielen zu nennen, ein Rundgang durch die Anlage von Kloster Eberbach und von dort ein Spaziergang zum neuen hessischen Staatsweingut im Steinbergkeller. Hier gibt es am Wochenende Besichtigungen (9,50 Euro) - und guten Wein. Einen Tag sollte man für den Rheingau-Ausflug schon einplanen.

          Ein paar Tipps zum Schluss: Eltern, vor allem Mütter, möchten in der Regel gern etwas mitbringen und fragen deswegen vielleicht vorher an. Warum sich nicht - sofern die Eltern mit dem Auto anreisen und nicht mit dem Zug - einen Kuchen wünschen? Backen können Mütter in der Regel besser als die Töchter, und der selbstgemachte Kuchen schmeckt garantiert auch besser als der von der Bäckerei. Den Kaffee dazu - koffeinfrei im Fall von Eltern-Bluthochdruck - sollte man natürlich selbst besorgen. Sehr ratsam ist, am Anreisetag rechtzeitig aufzustehen. Denn wenn es von Elternseite heißt: „Wir sind zum Frühstück um zehn Uhr da“, klingelt es garantiert um 8.30 Uhr an der Haustür.

          Tipps für den Frankfurt-Trip

          Zimmer von Privatanbietern können im Internet unter www.bandb-ring.de oder www.bedandbreakfast.de gebucht werden. Wochenend-Arrangements bietet die Tourismus und Congress GmbH unter www.frankfurt-tourismus.de an. Hier gibt es auch Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Stadtrundfahrten. Weitere Informationen: 0 69 / 21 23 88 00.

          Die Frankfurt Card als Tageskarte kostet für eine Person 8,70 Euro und für Gruppen bis zu fünf Personen 15 Euro, für zwei Tage kostet sie 15 (Einzelkarte) und 24 Euro (Gruppe). Die Karte gibt es unter anderem in der Tourist Information am Hauptbahnhof und am Römer.

          Die Plattform im Maintower ist bis Ende September Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 21 Uhr und Freitag/Samstag von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Von November an schließt sie jeweils zwei Stunden früher. (hoff.)

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