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Wo Frankfurts Synagoge stand : Was wird aus dem Bunker?

Symbol für den Zivilisationsbruch: Die Mitglieder der Initiative 9. November kämpfen dafür, dass der Bunker im Ostend erhalten bleibt. Für die Erinnerung an das Grauen seien solche „Schmerz-Orte“ wichtig, sagen sie. Bild: Lucas Bäuml

Wo vor 1938 Frankfurts größte Synagoge stand, ließen die Nationalsozialisten einen Hochbunker bauen. Seit Jahrzehnten pflegt eine Initiative ihn als Erinnerungsort. Nun wird über seine Zukunft gestritten.

          5 Min.

          Sie ist nicht zu übersehen, die Lücke. Das Grundstück, Friedberger Anlage 5, ist das einzige in der Straße ohne Blockrandbebauung. Der wuchtige Klotz darauf steht zurückgesetzt, in zweiter Reihe: ein Luftschutzbunker, im Zweiten Weltkrieg erbaut von französischen Zwangsarbeitern. Wo dieses Ungetüm von Architektur errichtet wurde, stand früher, von 1907 bis 1938, Frankfurts größte Synagoge, ein Gotteshaus für beinahe 1000 Besucher. Ein Schild an der weißgrundierten Bunkerwand weist darauf hin.

          Alexander Jürgs
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Angebracht haben es die Mitglieder der Initiative 9. November. Seit 33 Jahren setzen sie sich dafür ein, dass die von Gewalt und Unrecht geprägte Geschichte dieses Platzes mitten in der Stadt nicht in Vergessenheit gerät, dass dieser, wie sie ihn nennen, „Ort des Zivilisationsbruchs“ erhalten bleibt. Doch nun sehen sie ihre Arbeit bedroht. Denn über das Grundstück, auf dem der Hochbunker steht, und dessen zukünftige Nutzung ist eine – bislang noch zaghaft geführte – Diskussion entflammt. Dass an ihrem Ende ein Abriss stehen könnte: das ist die Sorge, die die Mitglieder der Initiative umtreibt.

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