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Deutsche Internethauptstadt : Wo Frankfurt bei der Digitalisierung hinterher hinkt

Noch viel zu digitalisieren: IT-Stadtrat Jan Schneider (CDU) im Rechenzentrum der Stadt Frankfurt Bild: Francois Klein

Bis Ende 2022 müssen die Kommunen ihre Dienste auch online anbieten. Doch ausgerechnet Deutschlands Internethauptstadt Frankfurt ist längst nicht soweit. Die Digitalisierung ihrer Verwaltung steht erst am Anfang.

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          Zuletzt hat sich die Stadt sogar damit schwergetan, ihrer Internetseite ein neues Erscheinungsbild zu geben. Nächste Woche nun soll die neue Version des städtischen Online-Auftritts endlich freigeschaltet werden. So groß die Erleichterung bei den Beteiligten dann sein dürfte: Es ist nur ein kleiner Schritt im Digitalisierungsprojekt, zu dem die Stadtverwaltung verpflichtet ist. Bis Ende 2022, so verlangt es das Onlinezugangsgesetz, müssen alle Verwaltungsleistungen für die Bürger auch digital zugänglich sein.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Noch, so muss der für das Digitale zuständige Stadtrat Jan Schneider (CDU) eingestehen, ist erst ein Bruchteil der Verwaltungsvorgänge in Software und smarte Dokumente übersetzt. Denn es sind sehr viele Dienstleistungen, die Bürger von der Stadt erwarten, vom Straßenbau über die Kinderbetreuung, neue Ausweise, Grünpflege, Genehmigungen bis zum Bauen, Feiern, Gründen: insgesamt gut 2600 Leistungen, von denen knapp ein Fünftel für die Online-Abwicklung geeignet sind. Vollständig automatisiert sind bisher 20 Verfahren, etwa die Ausstellung des Anwohnerparkausweises und die Erteilung einer Verbringungserlaubnis für Waffen, die am Flughafen häufig gefragt wird. Am Programm, mit dem einmal Bauanträge via Internet gestellt werden können, wird gerade noch gearbeitet.

          „IT noch stärker zentralisieren“

          Landesweit seien inzwischen die technischen Grundlagen geschaffen worden, um die Verwaltungsangebote künftig schneller via Internet zu den Bürgern zu bringen, berichtet Schneiders Parteikollege Patrick Burghardt, Staatssekretär im Wiesbadener Digitalministerium. Er hatte sich am Freitag im städtischen Rechenzentrum umgesehen und mit Schneider über IT-Sicherheit und den Fortschritt der Digitalisierung in den Ämtern gesprochen.

          Der könnte laut Schneider etwas schneller sein, wenn die Stadt ihre IT noch stärker zentralisieren würde. Bisher legen etliche Dezernate Wert darauf, in den ihnen unterstellten Ämtern eigene IT-Abteilungen zu unterhalten, um die 800 Server werden dezentral betrieben. Wobei die Bereitschaft, sich enger mit dem IT-Amt abzustimmen oder sogar die amtseigenen Server ins städtische Rechenzentrum umzuziehen, seit Dezember spürbar gestiegen sei, wie Schneider sagte. „Momentan haben wir eher zu viel als zu wenig Arbeit.“

          Der neue Andrang ist ein Resultat der Hacker-Attacke, in deren Folge die Stadtverwaltung zwei Tage lang quasi lahmgelegt war. „Die Botschaft ist angekommen, die Kollegen wissen, wo sie ihre Baustellen haben“, so Schneider. Wobei in diesem Falle noch einmal alles gutgegangen sei. „Wir haben rechtzeitig reagiert und keine Daten verloren.“

          ing.

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