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Wissenschaft : Universität Frankfurt prüft neue Vorwürfe gegen Schädelforscher

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Die Universität Frankfurt prüft neue Vorwürfe gegen den Schädelforscher Reiner Protsch von Zieten. „Möglicherweise haben die Betrügereien des Herrn Protsch noch ganz andere Dimensionen“, sagte eine Universitätssprecher.

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          Die Universität Frankfurt prüft neue Vorwürfe gegen den Schädelforscher Reiner Protsch von Zieten. „Möglicherweise haben die Betrügereien des Herrn Protsch noch ganz andere Dimensionen“, sagte Universitätssprecher Ralf Breyer am Mittwoch der dpa. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet in seiner jüngsten Ausgabe, dass der seit April suspendierte Antrophologie-Professor „kostbare Dokumente“ zur Rassenforschung aus der Nazi-Zeit vernichtet haben soll. Im August war bereits bekannt geworden, dass er das Alter von Schädelfunden gefälscht haben soll.

          Zu den neuerlichen Anschuldigungen will die Universität spätestens in der kommenden Wochen eine genauere Stellungnahme abgeben. Zu prüfen gilt es, ob Protsch von Zieten tatsächlich - wie „Der Spiegel“ berichtet - dafür verantwortlich war, dass historische Dokumente wie „Vaterschaftsgutachten, beantragt von der Reichsstelle für Sippenforschung“ und „Akten zur Sterilisation, veranlasst durch das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“, im Reißwolf zerschreddert wurden. Zudem habe der Professor gegen zahlreiche Regeln des akademischen Betriebs verstoßen. Die Vorwürfe reichten vom Diebstahl geistigen Eigentums bis zum Fälschen von Spesenzetteln.

          Im Jahr 2000 zu Geldstrafe verurteilt

          Seit August beschäftigt sich eine universitätsinterne Kommission zur Untersuchung wissenschaftlichen Fehlverhaltens mit dem Leiter des Instituts für Anthropologie und dessen Arbeiten. Protsch von Zieten soll in den Datierungen teilweise um mehrere zehntausend Jahre daneben gelegen haben. Bis Anfang 2005 will die Kommission nach Angaben der Hochschule dem Präsidium ihren Bericht vorlegen. Danach werde entschieden, ob die Universität weitere disziplinarische oder strafrechtliche Schritte einleite.

          Protsch von Zieten sorgt schon seit längerem für Ärger an der Frankfurter Universität: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Unterschlagung. Der Anthropologe soll versucht haben, eine der Universität gehörende Sammlung von mehreren hundert Affenschädel-Teilen zu verkaufen. Im Jahr 2000 wurde Protsch von Zieten zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er zu Unrecht einen zweiten Doktor-Titel geführt hatte.

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