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Vorwürfe gegen Ärzte : Der Kampf einer Witwe

Marianne Hellriegel hat ihren Mann nach einer Herz-Operation verloren und macht zwei Krankenhäusern Vorwürfe. Bild: Frank Röth

Marianne Hellriegel glaubt, dass ihr Mann wegen einer Infektion bei einer Operation starb. Zwei Krankenhäusern macht sie Vorwürfe – und ist entschlossen, „gravierende Schwachpunkte“ aufzudecken.

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          Witwe – allein diese fünf Buchstaben auszusprechen, fühlt sich für sie falsch an. Sie selbst bezeichnet sich als Hinterbliebene. Weil sie sich genau so fühlt. Als jemand, der alleine weitermachen, alleine weiterkämpfen muss. Zwei Jahre liegt es zurück, dass ihr Mann verstorben ist. Sie ist davon überzeugt, dass sein früher Tod hätte verhindert werden können. Mehr noch: Sie vermutet, dass bei einem Routineeingriff am Herzen durch „unsachgemäße Bedienung eines Medizingerätes“ Bakterien in den Körper ihres Mannes eindringen konnten, die ihn letztlich so schwächten, dass seine Organe versagten. „Mir geht es darum, dass gravierende Schwachpunkte aufgedeckt werden“, sagt sie. Und dafür ist sie bereit, zu kämpfen.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Marianne Hellriegel ist eine zierliche Frau, ihr Händedruck ist leicht. Sie wirkt entschlossen, fast trotzig, wenn sie über die vergangenen Monate redet. Vor ihr liegt ein dicker Aktenordner. Sie hat die vielen Schreiben säuberlich abgeheftet, hat sich Notizen gemacht. Die Fünfundsechzigjährige wirft gleich zwei Krankenhäusern im Rhein-Main-Gebiet vor, eine Mitverantwortung am Tod ihres Mannes zu tragen. Zum einem der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, zum anderen dem Cardiologischen Centrum Bethanien am Agaplesion Markus Krankenhaus in Frankfurt.

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