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Rot-Grün im Römer 1989 : Am Ende desillusioniert

Da war die Stimmung noch gut: Rechts Margarethe Nimsch (Die Grünen) mit Volker Hauff und Martin Wentz (beide SPD) Bild: Mirko Krizanovic

Mancher liebäugelt mit einer linken Koalition im Frankfurter Römer. Neu wäre das nicht: Nach 1989 regierte Rot-Grün in der Stadt und hatte auch ganz große Ziele.

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          An großen Worten war kein Mangel, damals im April 1989. Ein „Bündnis der demokratischen, ökologischen und sozialen Erneuerung“ solle Frankfurt künftig regieren, ließen SPD und Grüne wissen. Ziel sei es, „das durch die Stadtpolitik der letzten Jahren aus dem Lot gerate Verhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie, zwischen Zentrum und Stadtteilen, Mehrheiten und Minderheiten zu korrigieren“. Priorität habe die Bekämpfung der Wohnungsnot, „die unverantwortliche Förderung der Autogesellschaft in Frankfurt“ müsse ein Ende haben, das Mainufer wiederbelebt werden.

          Manfred Köhler
          (mak.), Rhein-Main-Zeitung

          Wortgewaltige Ankündigungen, geboren aus beachtlichem Selbstbewusstsein. Denn nachdem die CDU zwölf Jahre lang allein regiert hatte, stürzte sie bei der Kommunalwahl im März 1989 von 50 auf 37 Prozent. Mit 40 und zehn Prozent kamen SPD und Grüne auf eine knappe Mehrheit der Sitze im Rathaus. Es war die erste linke Koalition in Frankfurt überhaupt, und es war bisher die letzte – in den Jahren und Jahrzehnten nach dem Scheitern von Rot-Grün 1995 folgten verschiedene Bündnisse, aber niemals eines allein von zwei linken Parteien.

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