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Ankunft in Frankfurt : Registrierungsstraße für Flüchtlinge

Warten am Frankfurter Hauptbahnhof: Hilfskräfte holen Geflüchtete aus der Ukraine ab. Bild: Lucas Bäuml

Jeden Tag kommen etwa 2000 Flüchtlinge aus der Ukraine in Frankfurt an. Ausländerbehörde und Bürgeramt arbeiten Hand in Hand, um ihnen eine Zwischenstation in der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen zu ersparen.

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          In der Messehalle werden Trauerräume für Flüchtlinge errichtet, im nur wenige Kilometer entfernten Begegnungszentrum „Stadtraum Frankfurt“ hingegen entsteht eine zentrale Anlaufstelle, in der sich die Ukrainer, die vorerst in Frankfurt bleiben möchten, registrieren und schnelle Hilfen beantragen können. Flüchtlingshilfe hat aktuell viele Facetten. Mal geht es darum, Bürokratie zu vereinfachen, mal darum, den Flüchtlingen durch kleine Gesten ein Gefühl des Willkommenseins zu vermitteln. Über allem, das wird auf der gemeinsamen Pressekonferenz von Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Die Grünen), Sozialdezernentin Elke Voitl (Die Grünen) und Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) klar, steht aber die Erkenntnis, dass die Herausforderungen, die auf die Stadt zukommen, nur gemeinsam zu bewältigen sind.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Und Herausforderungen gibt es gerade viele. So dringt Voitl darauf, eine Lösung mit dem Land zu suchen, die es den Flüchtlingen ermöglicht, aus dem Erstaufnahmezentrum an der Messe direkt in eine der hessischen Kommunen vermittelt zu werden. Aktuell sei vorgesehen, dass die Menschen zuerst noch einmal in die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung nach Gießen gebracht werden, sagt Voitl. „Wir wollen ihnen diese Schleife ersparen.“ Viele Menschen seien schwer belastet und von der Sorge um diejenigen, die in der Ukraine hätten zurückbleiben müssen, fast gelähmt. Weitergereicht zu werden, immer wieder die Sachen zu packen, sei zusätzlicher Stress, den es zu vermeiden gelte, fordert Voitl.

          „Integration vom ersten Tag an“

          Täglich kommen bis zu 2000 Menschen in Frankfurt an. Einige entscheiden sich, einige Tage in dem an der Messe eingerichteten Erstaufnahmezentrum zu bleiben. Sie wollen zur Ruhe kommen, sich einen Plan machen. Darüber, wo sie leben möchten. Für die nächsten Wochen, Monate, hoffentlich, so sagen es viele, nicht Jahre. Denn eigentlich haben sie eine Heimat, wollen zurück. Andere haben schon ein festes Ziel in Deutschland vor Augen, steigen in Frankfurt nur um, wollen gleich weiter. Wieder andere haben sich entschieden, in Frankfurt zu bleiben.

          Ihnen will die Stadt helfen, schnell anzukommen. Sie werden aufgerufen, sich offiziell zu registrieren, um die zugesagten Hilfen zu erhalten, etwa eine Krankenversicherung oder finanzielle Unterstützung. Im Stadtraum Frankfurt, dem Begegnungszentrum an der Mainzer Landstraße, haben die Behörden zusammen eine Registrierungsstraße eröffnet. Mitarbeiter der Ausländerbehörde, des Jugend- und Sozialamtes und des Bürgeramtes kümmern sich um die Anliegen der Menschen, außerdem stehen Dolmetscher bereit. Es gehe nicht nur darum, kurzfristige Hilfe in Aussicht zu stellen, sondern den Menschen auch das Gefühl zu geben, dass sie auch langfristig willkommen seien, sagt Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg. „Wir setzen uns für Integration vom ersten Tag an ein.“

          Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) hofft darauf, dass schnell eine Lösung mit dem Land für zusätzliches Personal in der Ausländerbehörde gefunden werden kann. Denn spätestens Ende Mai sind viele Ukrainer ohne Aufenthaltstitel. Über ihre Anträge müsse schnell entschieden werden, fordert Rinn. Derzeit versuche die Stadt, die Aufgaben durch interne Lösungen aufzufangen – ähnlich wie zum Höhepunkt der Corona-Krise, als das Gesundheitsamt Unterstützung von städtischen Mitarbeitern anderer Abteilungen bekam.

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