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Grünen-Politiker Nouripour : Kabul, Müll und die Demokratie

Naturfreund: Der Klimaschutz sei ihm sehr wichtig, sagt Omid Nouripour. Bekannt wurde er vor allem als Außenpolitiker und Kenner der islamischen Welt. Bild: Lucas Bäuml

Grünen-Politiker Omid Nouripour wurde vor allem als Außenpolitiker und Kenner der islamischen Welt bekannt. In diesen Tagen tourt er durch Frankfurt – und will im vierten Anlauf seinen Bundestagswahlkreis direkt gewinnen.

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          Dieser Wahlkampf ist anders. Zumindest für Omid Nouripour. Der langjährige Frankfurter Grünen-Bundestagsabgeordnete war nach dem Erfolg seiner Partei bei der Kommunalwahl in Frankfurt, wo die Grünen stärkste Kraft geworden waren, äußerst zuversichtlich, seinen Wahlkreis endlich direkt gewinnen zu können. Schließlich liegen darin Grünen-Hochburgen wie das Nordend und Bornheim. Und der Bundestrend schien den Grünen Flügel zu verleihen. Doch seit Umfragen sie hinter der SPD sehen, stellt sich bei vielen ihrer Kandidaten Ernüchterung ein.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Ich bin immer noch der Favorit“, sagt Nouripour selbstbewusst, auch wenn es „natürlich nicht mehr ganz so einfach ist, wie es noch vor ein paar Monaten gewesen wäre“. Zum vierten Mal tritt der heute Sechsundvierzigjährige in dem Wahlkreis an, den zuvor schon Grünen-Legende Joschka Fischer direkt zu gewinnen versucht hatte. Der in Teheran geborene Nouripour, der mit 13 Jahren nach Frankfurt kam und von der Stadt am Main sagt, „das ist meine Heimat“, so wie die Frankfurter Grünen sein politisches Zuhause seien, gibt aber auch zu, dass ihn die Situation im Wahlkampf herausfordert – „triggert“, würde man neudeutsch sagen. Aber: „Ganz ehrlich: Schlafwagen kann ich nicht.“ Nach vielen Wahlkämpfen weiß er: „Jetzt wird es intensiv, vermutlich entscheidet das Fotofinish. Das macht erst recht Spaß. Das genieße ich am meisten.“

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