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Auslandsstudenten in Frankfurt : „Manchmal fühle ich mich traurig“

  • -Aktualisiert am

Verzichtet vorerst auf den Heimflug: Hao Jiang studiert an der Goethe-Universität. Bild: Maximilian von Lachner

Trotz der Corona-Krise sind viele Auslandsstudenten in Deutschland geblieben. Das ist für sie nicht immer einfach.

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          Seine Familie hat Hao Jiang seit mehr als einem Jahr nicht getroffen. Im Oktober 2018 war der Vierundzwanzigjährige nach Frankfurt gekommen, um Geographie und BWL an der Goethe-Universität zu studieren. Den Heimatbesuch musste er nun absagen – schon zum zweiten Mal. Obwohl sich die Corona-Lage in China mittlerweile gebessert hat, entschied sich der Auslandsstudent, in Deutschland zu bleiben.

          Schrittweise öffneten Anfang März Restaurants und Geschäfte in China. Zur selben Zeit stieg in Europa die Zahl der Infektionen. Jiang erinnert sich, dass fast alle seine in Großbritannien studierenden Freunde Flugtickets nach China buchten. Auch chinesische Kommilitonen in Deutschland entschieden sich, nach Hause zurückzukehren. „Ich muss zugeben, dass ich auch sehr ängstlich war“, sagt Jiang. Er habe den Eindruck gehabt, dass viele Menschen das Virus noch immer nicht ernst nahmen, „obwohl es in den meisten Berichten seit Tagen lediglich um Corona ging“. Weil im März fast alle Flugtickets ausverkauft oder nur für horrende Preise zu haben waren, zögerte Jiang. „Das billigste Ticket hat bereits um die 3000 Euro gekostet.“ Außerdem hatte der Student geplant, von Mai oder Juni an ein Praktikum in Frankfurt zu machen und im Oktober mit seiner Masterarbeit anzufangen.

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