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Blindgänger : Wie gefährlich sind Sprengungen in der Stadt?

Gefährliche Wasserspiele: Die Fontäne im Main nach der Sprengung der Bombe am Sonntag. Bild: Wonge Bergmann

Das spektakuläre Ende der Fliegerbombe im Main der Frankfurter Innenstadt wirft abermals die Frage auf, wie brisant die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges noch sind.

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          Welche Zerstörungskraft Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg auch nach mehr als siebzig Jahren noch haben, ist einmal mehr am Sonntagvormittag deutlich geworden. Selbst Dieter Schwetzler, der erfahrene Leiter des hessischen Kampfmittelräumdienstes, war von der Stärke der Detonation und der daraus resultierenden, rund 30 Meter hohen Fontäne im Main überrascht. Die 250-Kilogramm-Bombe, die von der amerikanischen Airforce vermutlich in den letzten beiden Kriegsjahren abgeworfen worden war, ließ den Untergrund rund um die Alte Brücke erbeben. Schwetzler erklärt sich die starke Explosion mit einer erstaunlich guten Qualität, die der Sprengstoff auch nach so vielen Jahren noch gehabt habe.

          Helmut Schwan
          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Blindgänger gehört zu dem riesigen Arsenal, das die Alliierten im Krieg über der Frankfurter Altstadt abluden. Wie viele Bomben davon noch im Flussbett liegen, vermag niemand zu sagen. Vor zwei Jahren wurde nicht weit entfernt ein 50 Kilogramm schweres Exemplar in der Nähe des Holbeinstegs gefunden. Es konnte mühelos geborgen werden, als sich herausstellte, dass es keinen Zünder mehr besaß. Ebenso zufällig wie damals waren am Dienstag vergangener Woche Taucher der Feuerwehr bei einer Übung auf den „verdächtigen Gegenstand“ gestoßen, wie es zunächst hieß.

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