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Mieten bleiben niedrig : Wie ein Wohnhaus sozialverträglich verkauft wird

Keine Verdrängung: Die Mieter können wohnen bleiben. Bild: Lucas Bäuml

Im Frankfurter Ostend ist etwas gelungen, das Schule machen könnte: Ein Mehrfamilienhaus hat zu sozialverträglichen Bedingungen den Besitzer gewechselt.

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          Die Frau mit dem grauen Kurzhaarschnitt ist genauso alt wie das Haus: 71 Jahre. Ihr Vater hatte das Mehrfamilienhaus im Frankfurter Ostend einst selbst errichtet, sie ist dort aufgewachsen. Eines hatte der Vater ihr und ihrer Schwester mit auf den Weg gegeben, als sie das Erbe antraten und das Haus selbst vermieteten: Er wollte zufriedene Mieter haben, die nicht ständig wieder ein- und ausziehen. Die Mieten sind darum verhältnismäßig günstig, ein Quadratmeter Wohnraum kostet weniger als zehn Euro im Monat. Viele Mieter wohnen schon lange in den zwölf Wohnungen an der Luxemburgerallee. Die älteste Mieterin sogar schon seit 25 Jahren. „Die Hausgemeinschaft funktioniert“, sagt die Frau.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das soll auch so bleiben. Die beiden bisherigen Eigentümerinnen sind in ein Alter gekommen, in dem sie sich nicht mehr so gut selbst um ihr Haus kümmern können. Seit einigen Jahren denken sie über einen Verkauf nach. Aber sie wollen das Mehrfamilienhaus in „gute Hände“ abgeben – und nicht an einen beliebigen Käufer, der das Haus aufwerten und die Miete so weit anheben würde, dass die langjährigen Mieter ausziehen müssten. Das konnten sich die beiden Schwestern nicht vorstellen. „Wir wollten um das Investorengesumse herumkommen“, sagt die frühere Eigentümerin.

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