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Ermittlungen wegen Belästigung : Wie ein Instagram-Post den Fall eines Stalkers ans Licht gebracht hat

Tatort Campus: Auch auf dem Gelände der Goethe-Universität hat der Beschuldigte seine Opfer gesucht und angesprochen. Bild: dpa

Ein Mann schreibt zahlreichen Frauen Unmengen von Nachrichten, lauert ihnen auf und wird körperlich übergriffig – über Jahre hinweg. Aus Aussagen und Kurznachrichten ergibt sich ein Bild des Terrors.

          3 Min.

          Am 16. Juli um 19.16 Uhr nahm Celina Inci ihr Telefon zur Hand und veröffentlichte einen Post bei Instagram. „Leute, wer kennt diesen Dude in Frankfurt, der Frauen anspricht mit dem vermeintlichen Vorwand, nach dem Weg zu fragen, und dann richtig übergriffig wird? Ich wurde heute das 2. Mal belästigt, und wieder mit der Frage ,Hey, kennst du dich aus. Kannst du mir auf deinem Handy den Weg raussuchen‘? Kennt jemand diesen Typen und hat ähnliche Erfahrungen gemacht?“ Sie schickte die Nachricht ab. Dann setzte sie sich an ihre Bachelorarbeit. Sie versuchte, nicht mehr daran zu denken, wie es überhaupt sein könne, dass sie innerhalb kurzer Zeit zwei Mal auf denselben Mann getroffen sei, einmal in Frankfurt, einmal in Offenbach. Versuchte, die Sorgen zu verdrängen, was geschehen würde, wenn man dieses Typen niemals habhaft wird. Schließlich ging sie schlafen. Eine unruhige Nacht. Und als sie am nächsten Morgen auf ihr Handy schaute, war das „Postfach“ voll.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eine ihr völlig unbekannte Frau schickte ihr ein Foto mit dem Hinweis, das sei „dieser Typ“. Eine weitere schrieb, ja, sie kenne den. Eine Freundin von ihr sei auch von ihm belästigt worden. Eine dritte schilderte, wie er „ausgetickt“ sei, als sie nicht auf seine Avancen eingegangen sei. Eine vierte tauschte irgendwann die Türschlösser aus. So ging es immer weiter. Eine Horrorgeschichte nach der anderen.

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