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Sichere Bleibe auf Zeit : Die Kinder aus dem Frauenhaus

Einfach Kind sein: ein Mädchen im Frauenhaus Bild: Frauen helfen Frauen e.V.

Im Frauenhaus müssen viele Kinder erst lernen, dass sie Kind sein dürfen. Sie kommen mit der Mutter in eine sichere Bleibe und lernen, dass Gewalt falsch ist – aber viele treffen den Vater schon bald wieder.

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          Der Junge musste erst einmal verstehen, dass es nicht seine Aufgabe war, die Mutter jeden Tag daran zu erinnern, dem Vater sein Bier herauszustellen. Der Vater war jetzt nicht mehr da, jedenfalls nicht an diesem neuen Ort, an dem der Junge seit Kurzem mit der Mutter wohnte. Um sie hatte er sich immer gesorgt, das hörte auch jetzt nicht auf. In dem neuen Haus lebten noch andere Frauen und Kinder. Außerdem gab es Frauen, die dort arbeiteten. Eine erklärte ihm, dass er nicht die ganze Verantwortung tragen müsse: „Dein Job ist Schule, und Mama hat eine Ansprechpartnerin.“

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Frauenhaus müssen viele Kinder erst lernen, dass sie Kind sein dürfen. Davon berichtet Marjana Mohr, die auch die Geschichte von dem Jungen und dem Bier erzählt. Die Pädagogin und ihre Kollegin, die Sozialarbeiterin Hilke Droege-Kempf, haben ins Frankfurter autonome Frauenhaus eingeladen, weil sie über die Kinder dort sprechen wollen. Die sind, davon sind die beiden Fachfrauen überzeugt, auch an dem geheimen Ort nicht genug geschützt. Vor den Vätern, die den Müttern Gewalt angetan haben. Droege-Kempf sagt: „Die Not der Kinder wird nicht genug gesehen.“

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