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Weniger Autos in Frankfurt : Vision „Fahrradstadt“

  • -Aktualisiert am

Die roten Fahrradwege in Frankfurt häufen sich – die Stadt will die Zahl der Autos dagegen verringern. Bild: dpa

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hält die Zahl der Autos für zu hoch und will Radfahren in der Stadt attraktiver machen. Mit mehr sichtbaren Hinweisen für Radwege ist das nicht getan.

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          Verkehrsdezernent Klaus Oesterling sieht Frankfurt auf einem guten Weg, von einer Autostadt zur „Fahrradstadt“ zu werden. „Die Zahl der Autos ist auf den Straßen einfach zu hoch“, konstatierte der Sozialdemokrat am Mittwoch, als an der Einmündung des Kettenhofwegs in die Bockenheimer Landstraße die letzten beiden von insgesamt 365 neuen Radrouten-Hinweisschildern im Westend installiert wurden. Deshalb werde er jede Möglichkeit nutzen, die Attraktivität des Radfahrens zu steigern und noch mehr Menschen zum Umsteigen auf das Rad zu bewegen.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Unter seiner Ägide seien seit 2018 an mehr als 2500 Standorten in der Stadt insgesamt rund 5500 Wegweiser für Radfahrer aufgestellt worden, sagte Oesterling. Fast jeden Monat werde die Verkehrsführung für Radler in einem weiteren Stadtteil optimiert; demnächst seien Dornbusch, Nordend-West und das Bahnhofsviertel an der Reihe. Das dichte Straßennetz erfordere viel mehr optische Hinweise, damit die Übersicht gewahrt bleibe und Radfahrer in die richtige Richtung gelotst würden.

          Ein fast durchgehend 2,30 Meter breiter Radweg

          Aber nicht nur die Richtung muss nach Ansicht des Verkehrsstadtrats stimmen, sondern auch die Qualität der Radwege. Ganz oben auf der Liste stehe dabei der geplante Umbau der Bockenheimer Landstraße, an der nach dem Willen der Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen auf beiden Seiten ein fast durchgehend 2,30 Meter breiter Radweg entstehen soll. Der Autoverkehr verliert infolgedessen fast überall die bisher vorhandene dritte Fahrspur, die auf der Bockenheimer Landstraße vor allem als Abbiegespur in die Nebenstraßen genutzt wird.

          Lediglich am Knotenpunkt Bockenheimer Landstraße/Mendelssohnstraße sowie an den Einmündungen der Bockenheimer Landstraße in die Bockenheimer Anlage und in die Zeppelinallee soll es bei der bisherigen Zahl der Fahrspuren für Autos bleiben. Wenn alles gutgehe, so Oesterling, könne in zwei Jahren mit der Umgestaltung der Bockenheimer Landstraße begonnen werden.

          Bereits im nächsten Jahr werde damit begonnen, die Achse über Kettenhofweg und Robert-Mayer-Straße für Radfahrer sicherer zu machen. Zunächst würden auf dieser direkten Verbindung von der Innenstadt zum Westbahnhof nur Markierungen aufgebracht und Poller aufgestellt, später sei dort ein separater Radweg vorgesehen.

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