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Adolf-Messer-Stiftung-Lounge : Streit um Namen an Goethe-Uni: „Umbenennung kein Problem“

Hat sich öffentlich zur Vergangenheit seines Großvaters bekannt und auch mit Studenten ausgetauscht: Unternehmer Stefan Messer Bild: Wolfgang Eilmes

Linke Studenten haben wiederholt gegen den Namen einer Lounge an der Uni Frankfurt protestiert. Anlass ist ein Teil der Vergangenheit des Mannes, dessen Namen der Raum trägt. Nun zeichnet sich eine Wende ab.

          Im Streit um den Namen der Adolf-Messer-Stiftung-Lounge an der Goethe-Uni könnte doch noch eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Wie berichtet, hatten am Montagabend Studenten bei der Verleihung des Adolf-Messer-Stiftungspreises gegen die Benennung eines Raums auf dem Riedberg-Campus nach dem Firmengründer protestiert: Da Adolf Messer NSDAP-Mitglied gewesen sei und Zwangsarbeiter beschäftigt habe, eigne er sich nicht als Namenspatron.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Rande der Preisverleihung hat es ein Gespräch zwischen den Demonstranten und Adolf Messers Enkel Stefan gegeben. Valentin Fuchs von der Grünen-Hochschulgruppe sprach von einem konstruktiven Austausch und sagte, Stefan Messer habe sich mit einer Umbenennung der Lounge grundsätzlich einverstanden erklärt. Messer bestätigte dies auf Anfrage. Er habe den Studenten erklärt, dass das Uni-Präsidium für die Namensgebung des Raums verantwortlich sei „und wir uns da nie eingemischt haben“.

          „Common Room“ - oder so

          Wenn das Präsidium zum Beispiel die Bezeichnung „Common Room“ oder „irgendeinen anderen neutralen Namen“ vorziehe, „dann haben wir damit kein Problem“. Die Adolf-Messer-Stiftung würde sich „sehr freuen, wenn der zur Zeit verwahrloste Raum wieder von den Studenten genutzt würde“. Schon vor einigen Tagen hatte Messer in einer Pressemitteilung beteuert, er stelle sich der nationalsozialistischen Vergangenheit seines Großvaters.

          Das Uni-Präsidium teilte mit, es sei gut, dass sich Stefan Messer öffentlich zur Vergangenheit seines Großvaters bekannt und sich aus Anlass der Preisverleihung auch mit Studenten ausgetauscht habe. Diesen Dialog wolle das Präsidium fördern. „Die Universität wird die Benennung der Lounge weiter reflektieren und spätestens bis zur nächsten Senatsklausur zu einer Entscheidung kommen.“

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