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Wegen Weltkriegsbombe : 2700 Frankfurter müssen Wohnungen und Büros verlassen

Findling: Immer wieder finden Bauarbeiter auch in Frankfurt solche Blindgänger Bild: dpa

Experten wollen am Freitag die auf dem Frankfurter Messegelände entdeckte Fliegerbombe entschärfen. Damit dies gelingt, müssen sich die Anlieger an die Vorgaben der Behörden halten.

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          Einen Tag vor der Entschärfung der Fliegerbombe im Frankfurter Stadtteil Gallus haben Polizei und Feuerwehr abermals an die Anwohner und Beschäftigte appelliert, die geplante Evakuierung zu unterstützen. Die Sperrzone müsse am Freitag bis spätestens neun Uhr morgens verlassen sein, teilten die Behörden mit. Der Sprecher der Feuerwehr, Rainer Heisterkamp, sagte: „Ob der Kampfmittelräumdienst zur geplanten Zeit mit der Entschärfung der Weltkriegsbombe anfangen kann und alle zeitig wieder in ihre Wohnungen oder an ihren Arbeitsplatz zurück können, hängt schlicht davon ab, ob der Bereich auch bis 9 Uhr vollständig evakuiert ist. Ein pünktlicher Beginn ist wichtig.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Dienstag war bei Bauarbeiten auf dem Messegelände eine 500 Kilogramm schwere Fliegerbombe entdeckt worden. Die Bombe wurde gesichert, muss aber laut Kampfmittelräumdienst zügig unschädlich gemacht werden. Der Zeitplan sieht deshalb vor, dass die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes am Freitag um 12 Uhr mit der Entschärfung beginnen.

          500-Meter-Sperrzone

          Betroffen von der Räumung sind etwa 2700 Menschen. Wie in der Allgemeinverfügung des Frankfurter Ordnungsamtes steht, ist die Evakuierung der 500-Meter-Sperrzone um die Bombe als temporärer Platzverweis nach Paragraf 31 des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung erforderlich, da im Falle einer Detonation erhebliche Schäden an Gebäuden und eine akute Gefahr für Leib und Leben für Personen in diesem Bereich zu erwarten sind.

          Wer die Sperrzone nicht eigenständig verlassen kann und Hilfe braucht, kann sich im Vorfeld unter der eingerichteten Bürgertelefon-Rufnummer 069/212-111 melden oder auch online über www.feuerwehr-frankfurt.de registrieren. Für Menschen im Evakuierungsbereich, die keine andere Aufenthaltsmöglichkeit haben, wird in der Messehalle 11 eine Betreuungsstelle eingerichtet. Diese ist ab 8 Uhr geöffnet.

          Aufgrund der Corona-Pandemie gelten hier die üblichen Regeln zu Abstand und Mund-Nasen-Schutz. Menschen, die aktuell einer vom Gesundheitsamt verfügten Isolations- oder Quarantäneverfügung unterliegen, werden aufgefordert, sich unter der Rufnummer 069/212-44374 oder per E-Mail an info.infektiologie@stadt-frankfurt.de mit dem Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen, und die Verfahrensweise der Evakuierung abzustimmen. Wenn alles wie vorgesehen läuft, ist das Ende der Sperrungen bis 18 Uhr zu erwarten.

          Welche Bahnen und Busse wie fahren

          • Die U-Bahn-Linie U4 verkehrt nur noch zwischen Enkheim, Seckbacher Landstraße und Hauptbahnhof.
          • Die Linie U5 endet, von Preungesheim kommend, bereits an der Konstablerwache.
          • Die Straßenbahnlinie 16 verkehrt nur zwischen Offenbach Stadtgrenze und Hauptbahnhof (Südseite) sowie zwischen Westbahnhof und Ginnheim.
          • Die Straßenbahnlinie 17 kann nur den südlichen Abschnitt zwischen Neu-Isenburg Stadtgrenze und Hauptbahnhof (Südseite) bedienen.
          • Die Buslinien durch das Europaviertel müssen ganz eingestellt werden. Das betrifft die Linien 46 (Hauptbahnhof – Rebstock Römerhof) und 64 (auf dem Abschnitt Hauptbahnhof – Europaviertel).
          • Die Buslinie 50 (Bockenheimer Warte – Unterliederbach West) wird zwischen Bockenheimer Warte und Rebstock über Adalbertstraße und Voltastraße umgeleitet. Sie bietet hier eine Alternative zur entfallenden Straßenbahnlinie 17.
          • Die S-Bahn-Linien S3, S4, S5 und S6 fahren an der Station Messe ohne Halt durch. Die Linien S5 und S6 fahren nur im Halbstundentakt. Ab 10.30 Uhr müssen die S-Bahnen zwischen Frankfurt West und Galluswarte den Betrieb komplett einstellen. Die S3 und S4 werden ab 10.30 Uhr zwischen Rödelheim und Frankfurt Hauptbahnhof umgeleitet und halten nicht in Frankfurt West, Messe und Galluswarte. Die S5 und S6 fallen zwischen Frankfurt Süd und Rödelheim bzw. Frankfurt West aus.
          • Ebenfalls betroffen sind die Regionalbahnen der Main-Weser-Bahn und der Mittelhessenexpress (Linien RE30, RB40, RB41, RB48, RE98, RE99). Die RE98 und 99 werden ab 10.30 Uhr über Hanau umgeleitet. So kommt es zu einer Fahrtzeitverlängerung zwischen Friedberg und Frankfurt von rund 20 Minuten. Zu den übrigen Linien sowie zu allen weiteren kurzfristigen Änderungen informiert der RMV auf der Startseite von http://rmv.de.

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