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Welt-Aids-Tag : Kondome verteilen reicht nicht

Hilfe im Wandel: Carsten Gehrig sieht die Aidshilfe vor herausfordernden Aufgaben. Bild: Frank Röth

Unverbindlicher Sex gehört für viele Menschen zur Lebensrealität dazu. Über sexuell übertragbare Krankheiten sind viele trotzdem nicht ausreichend aufgeklärt. Die Frankfurter Aids-Hilfe schlägt zum Welt-Aids-Tag Alarm.

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          Es gibt nichts Schlimmeres als Unwissenheit“, sagt Carsten Gehrig von der Aids-Hilfe Frankfurt. Damit erklärt der Fachbereichsleiter für Psychosoziales und Prävention schon im ersten Satz, wieso HIV-Neuinfektionen auch heute noch, mehr als 40 Jahre nachdem die Krankheit zum ersten Mal bei einem Menschen aufgetreten ist, immer wieder gemeldet werden. Das liege zum einen an der Unwissenheit einiger weniger, die das Virus in sich tragen, ohne es zu ahnen. Zum anderen an der Unwissenheit vieler, die nicht ausreichend über Infektionswege oder Präventionsmöglichkeiten Bescheid wissen. Manchmal treffen laut Gehrig auch beide Fälle auf die Menschen zu. Dagegen helfe nur aktive Aufklärungsarbeit, sagt er. Einer Aufgabe, der sich die Aids-Hilfe Frankfurt seit ihrer Gründung 1985 verschrieben hat. Seitdem hat sich einiges getan. Mittlerweile ist Aids als Teil schwuler Gegenwart in der Normalität angekommen. Aber die Grenzen sind aufgeweicht, das sexuelle Leben in der Gesellschaft hat sich verändert.

          Anna-Louisa Schönfeld
          Redakteurin für Social Media.

          Im vergangenen Jahr war in Großbritannien erstmals die Gruppe der Heterosexuellen am stärksten von einer HIV-Neuinfektion betroffen. Auch in Deutschland nehmen die Ansteckungen unter Betroffenen zu, die nicht zu der bekannten Risikogruppe „MSM“ gehören. Die Abkürzung MSM steht für „Männer, die Sex mit Männern haben“. Eine Verschiebung, die sich auch in einer Neuausrichtung der Aufklärungsarbeit erkennbar macht: Zielten in den Achtziger- und Neunzigerjahren die HIV-Schutzmaßnahmen vor allem auf Homosexuelle ab, weitet die Aids-Hilfe nun ihren Präventionsauftrag weit über die „klassische Risikogruppe“ aus.

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