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Awo-Skandal : Klagen gegen Kündigungen

Kampf gegen die Kündigung: Jasmin Kasperkotwitz geht juriistisch gegen ihre Entlassung vor. Bild: dpa

Jasmin Kasperkowitz geht gerichtlich gegen ihre Abberufung aus dem Vorstand der Frankfurter Awo vor. Sie war wie ihre Vorstandskollegen im Zuge des Awo-Skandals in den Fokus geraten wegen überhöhter Gehälter und teurer Dienstwagen.

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          Nach Jürgen Richter und Panagiotis Triantafillidis klagt jetzt ein weiteres ehemaliges Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt Frankfurt (Awo) gegen seine Kündigung durch den Interims-Vorstand: Das Arbeitsgericht hat der F.A.Z. bestätigt, dass auch Jasmin Kasperkowitz Kündigungsschutzklage eingereicht hat. Ein Termin zur Verhandlung stehe derzeit aber noch nicht fest.

          Martin Ochmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Anfang Juni hatte die Awo der ehemaligen stellvertretenden Geschäftsführerin gekündigt. Kasperkowitz war bei der Kreiskonferenz im Februar ebenso wie Triantafillidis mit sofortiger Wirkung als Vorstand abberufen worden. Sie war mit Triantafillidis Teil des Führungsteams unter dem ehemaligen Geschäftsführer Jürgen Richter gewesen, unter dessen Führung sich Funktionäre des Vereins unter anderem üppige Gehälter und teure Dienstwagen leisteten. Kasperkowitz arbeitet zunächst weiter in der Awo-Zentrale, während Richter und Triantafillidis fristlos gekündigt wurde.

          Auch Kasperkowitz soll ein unangemessen hohes Gehalt bezogen haben. Das geht unter anderem aus dem Zwischenbericht des Awo-Bundesverbands über die Sonderprüfung des Frankfurter Kreisverbands hervor. Darin bezweifelt der Bundesverband auch, dass Kasperkowitz rechtmäßig zur stellvertretenden Geschäftsführerin ernannt wurde. Zudem soll sie ein Luxusauto als Dienstwagen gefahren haben – einen Audi RS 4 Avant. Kasperkowitz selbst wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

          Triantafillidis klagt vor dem Landgericht gegen seine Kündigung. Auch er soll unter anderem besonders üppige Gehälter vom Kreisverband bezogen haben, von Januar 2016 bis zum 31. Juli 2019 laut Awo-Bundesverband fast 1,2 Millionen Euro. Gegen Triantafillidis ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue, außerdem gegen seinen ehemaligen Chef Richter, dessen Ehefrau Hannelore Richter sowie zwei weitere Männer und eine Frau.

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