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Pandemieresistent: Der neue Weihwasserspender im Dom Bild: Finn Winkler

Coronakonformer Spender : Weihwasser ohne Ansteckungsgefahr

  • -Aktualisiert am

Seit Ausbruch der Pandemie waren die Weihwasserbecken in den katholischen Kirchen trockengelegt: Im Frankfurter Dom steht nun ein Metallgehäuse mit fünf Litern geweihtem Wasser. Es kommt ohne direkten Kontakt aus – und soll die Ansteckungsgefahr bannen.

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          Der Stadtdekan denkt an die Wüste. 40 Mal, so sagt Johannes zu Eltz, müsse man auf das Pedal unten an dem schmalen Metallgehäuse treten, damit wenigstens ein einziger Tropfen Weihwasser aus dem Hahn in die Hand tropfe. 40 Mal – in Anlehnung an die 40 Jahre, die die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten durch die Wüste gezogen sein sollen. Der Scherz verhallt ein wenig, was aber auch daran liegt, dass die Turmhalle des Frankfurter Doms an diesem Donnerstagmittag regelmäßig von Besuchern durchquert wird.

          Die Idee zu dem schlichten, geradezu profanen Weihwasserspender, der in diesen Minuten eingeweiht wird, hat Kirchendezernent Uwe Becker aus einem Spätsommerurlaub in Bayern mitgebracht. In Bad Wörishofen, so berichtet es der CDU-Gottesmann, habe er ein ähnliches Teil gesehen und gedacht: „Das braucht Frankfurt auch.“ Denn seit dem Beginn der Pandemie sind sämtliche Weihwasserbecken in den Kirchen trockengelegt. Zu gefährlich, denn, geweihtes Wasser hin oder her, es könnte tatsächlich sein, dass sich das Coronavirus, von Hand in ein Becken gelangt, um das Heilige nicht schert.

          Wichtiges SIgnal

          Das neue Behältnis hingegen, das üppige fünf Liter Weihwasser fasst, muss niemand mit der Hand berühren. Die Schuhsohle drückt unten auf das Pedal, oben wird die offene Hand unter den gekrümmten Ausguss gehalten – und perfekt coronakonform tropft das Weihwasser auf die Haut. Kein Kontakt, keine Gefahr. Und das alles für läppische knapp 700 Euro, die sich Stadt und katholische Kirche gleich zweimal teilen: In St. Leonhard steht fortan auch so ein Superspender.

          Stadtrat Becker spricht von einem wichtigen Signal. Er freue sich, dass den Gläubigen damit „ein Stück weit das Gewohnte zurückgegeben“ werde. Stadtdekan zu Eltz freut sich ebenfalls, weil damit „der Wunsch vieler in Erfüllung geht“. Der Gegenstand sei zwar „angemessen dezent“, solle nach der Krise aber dennoch wieder weichen. Die Weihwasserbecken im Vorraum des Doms haben allerdings auch ohne Pandemie schon immer einen großen Nachteil: Manche waschen darin ihre Haare. Und das ist kein Scherz.

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