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Krebsbehandlung während Corona : Der Tumor hatte schon gestreut

Nicht allein: Eine Krankenpflegerin der Onkologie hält die Hand eines Patienten. Bild: dpa

Wegen der Corona-Pandemie werden viele Krebsdiagnosen später gestellt – und auch die Nachsorge leidet. In Frankfurt wurden viele Fälle behandelt, die gravierender als üblich waren.

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          Die Corona-Pandemie hinterlässt nicht nur Covid-19-Opfer, sie hat die Arbeit in den Krankenhäusern auch in anderer Hinsicht langfristig beeinflusst. In der Krebsbehandlung etwa hat sie rechtzeitige Diagnosen verhindert, durch Kontaktbeschränkungen die Zuwendung zu Patienten und ihren Angehörigen erschwert. Elke Jäger, die am Krankenhaus Nordwest die Onkologie leitet, musste viele Fälle behandeln, die gravierender als üblich waren.

          Monika Ganster
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Eine ihrer Patientinnen, die im März zu ihr kam, hatte schon seit Oktober über Bauchschmerzen geklagt, sie hatte aber bei niedergelassenen Ärzten keinen Termin bekommen. Die zweite Corona-Welle rollte an, die Weihnachtszeit kam dazwischen, es wurde Februar, bis endlich eine Diagnose feststand: Krebs. Bis dahin hatte der Tumor schon im Körper gestreut, die Ärztin konnte nur noch wenig tun. „Solche Fälle haben wir sonst nie. Vor der Pandemie kamen Patienten in aller Regel in einem früheren Stadium der Krebserkrankung zu uns.“ In diesem lebensgefährlichen Stadium musste Jäger Notfallmedizin in der Onkologie anwenden, wie sie sagt. Weil die Leberfunktion der Patientin krankheitsbedingt schon reduziert war, stand nur noch ein Medikament zur Verfügung, auf das die Frau aber zum Glück ansprach.

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