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Stadtplanung in Frankfurt : Was Planer vom „Stadtteil der Quartiere“ halten

Die Stadt im Blick: Stefan Kornmann (links) vom Büro AS+P und Martin Hunscher, Leiter des Stadtplanungsamts Bild: Lucas Bäuml

Ob am nordwestlichen Frankfurter Stadtrand der „Stadtteil der Quartiere“ gebaut wird, ist noch nicht entschieden. Aber Amtsleiter Martin Hunscher und Stadtplaner Stefan Kornmann meinen, Frankfurt sei darauf angewiesen.

          8 Min.

          Die Bevölkerung ist in der Corona-Krise gesunken. Braucht man den neuen Stadtteil im Nordwesten noch?

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Martin Hunscher: Eindeutig ja. Wir müssen für die Zukunft vorsorgen. Das Potential an weiteren Flächen reicht nur noch für 20.000 Wohnungen und ist innerhalb von wenigen Jahren aufgezehrt. Im Spiegel dessen kann man gar nicht zum Ergebnis kommen, der neue Stadtteil sei entbehrlich. Wenn der wirtschaftliche Motor wieder anspringt, werden die Menschen wieder nach Frankfurt oder in die Region ziehen wollen.

          Stefan Kornmann: Wer mit offenen Augen durch Frankfurt geht, der stellt fest, dass typische Restecken – Autovermieter, alte Hallen, Garagenhöfe, Brachgrundstücke – verschwunden sind. Das ist ja alles schon bebaut. Dies waren wesentliche Innenentwicklungspotentiale. Die großen Wohnsiedlungen sind in weiten Teilen schon aufgestockt, die Kasernen und Bahnflächen umgenutzt. Irgendwo ist die Innenentwicklung auch endlich. Zumal sie ja auch wieder Nachteile bringt für die dort Wohnenden, wenn Freiräume schrumpfen. Infolgedessen brauchen wir irgendwo weitere Entwicklungsoptionen. Denn trotz der Bevölkerungsstagnation wegen Corona hat sich der Wohnungsmarkt überhaupt nicht entspannt.

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