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Jacqueline Vogt (jv.)

Verkauf Steigenberger-Hotels : Alles anders und doch gleich

Verkauf der Steinberger-Hotels: Wird es im Frankfurter Hof bald ein chinesisches Restaurant geben? Bild: EPA

Die Steigenberger-Hotels werden nach China verkauft. Als Übernahmepreis stehen 700 Millionen Euro im Raum. Den Gästen stehen damit an immer mehr Orten Hotels zur Verfügung, die ihnen vertraut sind.

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          Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass wie fast alle anderen Branchen auch die der Hotels inzwischen eine ist, in der sich die Spieler aus aller Welt die Bälle zuwerfen, hier ist er nun. Die Steigenberger-Hotels werden nach China verkauft: Als am Montag diese Nachricht bekanntwurde, mag es den einen oder anderen gegeben haben, der davon so überrascht war, als hätte er gehört, dass asiatische Investoren Trigema übernommen haben, den 100 Jahre alten Textilproduzenten, der für eine Art urdeutsches Unternehmertum steht.

          Der Frankfurter Konzern indes hat schon seit zehn Jahren einen Eigentümer aus einem anderen Kulturkreis. 2009 hatte die Familie Steigenberger den Löwenanteil ihres Hotelbesitzes an den Travco-Konzern verkauft, der dem ägyptischen Unternehmer Hamed El-Chiaty gehört. Die Steigenberger-Hotelgruppe wurde dann 2016 in Deutsche Hospitality umbenannt, Steigenberger ist heute eine von fünf separaten Hotelmarken des Unternehmens.

          Chinesisches Restaurant im Frankfurter Hof?

          Was El-Chiaty zum Verkauf bewegt hat, ist zur Stunde noch nicht bekannt. Nicht unwahrscheinlich, dass die bestechendsten Argumente der chinesischen Hotelbetreibergruppe Huazhu finanzieller Art waren; 700 Millionen Euro, die als Übernahmepreis im Raum stehen, sind eine nicht unerhebliche Summe. Huazhu, an der Technologie-Börse Nasdaq notiert, ist nach eigenen Angaben nach Zimmerzahlen das neuntgrößte Hotelunternehmen der Welt.

          Den Eigentümerwechsel bei der Deutschen Hospitality sollen Gäste, die Steigenberger heute hat, und Gäste, die Huazhu heute hat, in naher Zukunft in der Form registrieren, dass ihnen an immer mehr Orten Hotels zur Verfügung stehen, die ihnen vertraut sind. Die dahinterstehende Arbeit ist zu einem großen Teil technischer Natur; so müssen beispielsweise immense Datenmengen für Vertrieb und Treueprogramme synchronisiert werden. Und wenn im Frankfurter Hof irgendwann ein gutes chinesisches Restaurant aufmachte: Das wäre alles andere als schlecht.

          Jacqueline Vogt
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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