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30 Jahre nach der Wende : Was von der Mauer bleibt

In Einkaufslaune: DDR-Bürger am 18. November 1989 auf der Zeil Bild: Lutz Kleinhans

Sie sind aus Leipzig, Greifswald oder Prag in den Westen gekommen: Fünf Frankfurter erzählen, wie sie vor 30 Jahren die Wende in der DDR erlebt haben

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          Als in Berlin die Mauer fiel, hörte Andrea Sellig nicht „Wind of Change“ von den Scorpions, sondern Punkrock. 25 Jahre alt war sie damals, und Musik mochte sie, wenn sie „hart und heftig“ war. Sellig feierte an diesem Tag bis in die frühen Morgenstunden – und bekam gar nicht mit, dass die Grenze offen war. Erst als die Westberlinerin morgens den Fernseher anschaltete und nur kurze Zeit später die Familie aus dem Osten in der Tür stand, verstand sie, was gerade vor sich ging. „Da flogen natürlich die Korken, und es wurden reichlich Tränen vergossen“, sagt Sellig, die seit 21 Jahren in Frankfurt wohnt.

          Zunächst glaubte die Familie nicht, dass die Wende von Dauer sei. „Gerade in der Anfangsphase waren wir uns nicht sicher, ob die Grenze nicht wieder zugeht“, sagt Sellig, die sich wie die anderen Protagonisten dieses Artikels nicht fotografieren lassen wollte. Bis heute ist der Jahrestag für sie kein Grund für große Feierlichkeiten. Dagegen kommen Gabriella Flach beim Anblick der Bilder vom 9. November 1989 jedes Mal die Tränen. „Es sind ja nicht nur die Demonstrationen und der Mauerfall an sich, sondern jahrzehntelange Unterdrückung, Schikane und Misstrauen im Umfeld, die man plötzlich vor sich sieht“, sagt die Fünfzigjährige, die damals an der Universität in Leipzig studiert hat und seit 2002 in Frankfurt lebt.

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